Wird DVB-T von IPTV ersetzt?

In Deutschland droht das Ende der terrestrischen TV-Ausstrahlung – nachdem RTL den Rückzug aus dem Vertrieb über DVB-T bekannt gab, erwägt nun auch ProSiebenSat.1, die Übertragung seiner Sender über die Terrestrik einzustellen. Damit machen die Medienhäuser den Weg für IPTV für die mobile Übertragung frei.

DVB-T verliert an Programmvielfalt

Terrestrisches Fernsehen verliert in Deutschland an Vielfalt. Nachdem die RTL-Gruppe den Ausstieg aus dem digitalen Antennenfernsehen angekündigt hat, werden in verschiedenen Ballungsräumen wie München (Ende Mai) und Berlin (Ende nächsten Jahres) die Sender des Medienkonzerns, zu denen unter anderem RTL, Vox, RTL II und n-tv gehören, nicht mehr terrestrisch ausgestrahlt. Mit ProSiebenSat.1 droht nun der große Gegenpol des privaten Fernsehens in Deutschland ebenfalls auszusteigen – was bleiben würde, wäre ein fast ausschließlich öffentlich-rechtliches Antennenfernsehen. Die Vielfalt läge damit brach – und die Attraktivität zur Nutzung des Empfangsweges ebenfalls.

Terrestrik bekommt Konkurrenz

Der Grund für den bereits feststehenden RTL-Ausstieg lag darin, dass das Unternehmen in der Terrestrik keine Zukunft mehr sieht. Fakt ist: Die Übertragung via DVB-T ist sehr kostspielig – sie ist rund 30 Mal teurer als die Ausstrahlung über Satellit. Die technische Bandbreite reicht zudem nur bis zu 30 Programmen in SD-Auflösung – für einen HD-Sender müssten drei Programme in normaler Qualität weichen, weswegen bisher von der HD-Übertragung via DVB-T abgesehen wurde. Der Nachfolger steht bereits in Sichtweite – DVB-T2 soll mehr Kanäle ausstrahlen können. Doch ein großer Konkurrent macht sich bereits seit geraumer Zeit bei den Empfängern breit: Das Internet.

IPTV übernimmt

Mittlerweile ist jedes zweite TV-Gerät internetfähig und kann Inhalte aus dem Netz empfangen. Neben Abruf-Content ist so auch der Empfang von linearem Fernsehen über das Internet möglich – sei es über Anbieter wie Zattoo oder das IPTV-Angebot der Deutschen Telekom namens Entertain. Gegenüber DVB-T bringt IPTV eine Reihe von Vorteilen mit sich, die den terrestrischen Übertragungsweg alt aussehen lassen. So kann schon heute die Verfügbarkeit und Vielfalt von Fernsehen über das Internet als besser bezeichnet werden. Dank des voranschreitenden Breitbandausbaus, wird IPTV in den nächsten Jahren wohl flächendeckend zu einer mehr als vollwertigen Alternative werden – und das nicht nur zu DVB-T, sondern auch zum Empfang über Satellit oder Kabel.

Auch mobiles Fernsehen über Internet

RTL scheint diese Weitsicht zu teilen und kündigte seinen Abschied aus der Terrestrik an. ProSiebenSat.1 wird es der Konkurrenz wohl gleichtun. Mit dem Ausbau des mobilen Breitbandnetzes LTE wird zudem in den nächsten Jahren auch unterwegs die Datenautobahn breit genug, um komfortabel über das Internet fernzusehen. Die Telekom arbeitet derzeit beispielsweise schon an ihrem mobilen IPTV-Angebot Entertain to go, um seinen Fernseh-Service für Telekom-Kunden auch unterwegs nutzbar zu machen. Allgemein sind die Preise für Datenvolumen über LTE für einen regelmäßigen mobilen TV-Konsum zwar noch zu hoch – aber langfristig dürfte IPTV dank LTE auch den mobilen Markt erobern.

Webtipps zum Beitrag:

» IPTV Anbieter Übersicht

Quelle: Bitkom

1 Kommentar zu "Wird DVB-T von IPTV ersetzt?"

  1. Da die Privaten bei DVB-T bei uns praktisch nie vertreten waren, ist DVB-T für mich ohnehin nie ein Thema gewesen. Als Notlösung für die Gartenlaube ist es perfekt aber ich würde auch nicht traurig sein, wenns keines mehr geben würde. Dafür gibt es nun wirklich genug Alternativen. Ich für meinen Teil überlege auch schon länger, ob ich zu IPTV wechsle. Schade nur, dass man es nicht ohne Festnetzflat buchen kann. Den ganzen Schnulli drumrum brauch ich nicht…

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