Wie viel Pixel braucht der Mensch? Neue Studie stellt 4K-Marktfähigkeit in Frage

Was steckt hinter dem Hang zu immer mehr Pixel, zu immer größeren Fernsehgeräten, schärferen Bildern und der dritten Dimension? Sind steigende Erwartungen an die Bildqualität der Lauf der Zeit? Werden die Menschen immer technikverliebter? Oder wollen die großen Elektronikkonzerne schlicht immer neue Geräte verkaufen? Technisch sind bereits weit höhere Auflösungen machbar, als derzeit auf dem Markt. Doch ob es diese Weiterentwicklungen in absehbarer Zeit in die heimischen Wohnzimmer schaffen, bezweifeln Marktforscher stark.

Die Pixel-Evolution

Das technische Geräte besser und somit leistungsstärker werden, ist bereits seit der industriellen Evolution Usus. Doch wie lange ist das, was technisch möglich ist, auch sinnvoll und am besten noch verkaufbar? Diese Debatte läuft derzeit im Bereich der hochwertigen Fernsehgeräte. Angestoßen von den großen Herstellern LG und Sony, die bereits die ersten Geräte auf den Markt bringen, die weit mehr Pixel anbieten, als es der HD-Standard vorsieht. Mit je 3840 Pixel für jede der 2160 Zeilen arbeiten die neuen Geräte, die mit der sogenannten „4K-Auflösung“ ausgestattet sind. Das entspricht etwa der vierfachen Full-HD-Auflösung (1920×1080 Pixel).

Faszinierend, ja. Aber sinnvoll?

Dass diese neuen Displays faszinierende Bilder liefern werden, wird wohl kaum jemand bezweifeln. Schließlich ist auch ein Wechsel zwischen der „kleinen“ und „großen“ HD-Auflösung bereits spürbar. Zuletzt durften sich die Besucher der IFA von den neuen 4K-Modellen überzeugen. Die Klarheit und Detailgenauigkeit dürfte wegweisend sein, obgleich dies natürlich von den gewählten Quellen abhängt. Schließlich sind DVD, Fernsehsignal oder selbst BluRay noch weit entfernt von 4K und müssen vom fernseheigenen Prozessor extrapoliert werden. Dass könnte ein Grund dafür sein, dass das Marktpotential für solch extrem hochauflösende Geräte eher bescheiden ist, wie eine neue Studie des Marktforschungsinstituts IHS aufzeigt.

Studie erteilt 4K eine Absage

Demnach läge das Marktpotential in den nächsten fünf Jahren bei lediglich etwa ein Prozent gemessen am Gesamtverkauf von handelsüblichen LCD-Geräten. In Zahlen würde sich der Konsum 2012 auf nur 4.000 Geräte weltweit belaufen. Eine Steigerung ist zwar in Aussicht, aber noch in weiter Ferne. In fünf Jahren könnten knapp über zwei Millionen 4K-Geräte über die Theke gehen, rechnen die Marktforscher vor.

Wer soll das kaufen?

Es dürfte jedem einleuchten, dass bei so geringen Absatzzahlen kein großer Gewinn abfallen kann, jedenfalls keiner der Weltkonzerne wie Sony zufrieden stellt. Doch warum das geringe Interesse? Die Marktforscher führen vor allem die Größe der Geräte als Argument ins Feld. So sei die deutlich höhere Auflösung erst ab einer Fernsehdiagonale von 60 Zoll, also über 1,5 Meter, sinnvoll. Solch riesige Fernseher seien aber generell eher Nischenprodukte, der Absatz liege bei etwa 1,5 Prozent. Nun ist es ja nicht so, dass nur wohlhabende Unternehmer gerne einen solch großen Fernseher hätten. Doch die hohen Preise, sollten solche Geräte auch weiterhin nur für eine kleine Klientel interessant machen. So werden für einen derzeit auf dem Markt befindlichen Sony BRAVIA mit rund 1,5 Meter Diagonale und HD-Auflösung schon mal knapp 3.000 Euro fällig. Der Preis für das neue 4K-Panel dürfte noch weit darüber liegen.

Quelle: IHS, Sony

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