Weichen für DVB-T2 in Deutschland sind gestellt

Media Broadcast testet schon seit geraumer Zeit den neuen Terrestrik-Standard DVB-T2 in einem Pilotprojekt in Berlin. Dieser könnte schon bald das Ende von DVB-T einläuten.

DVB-T2

Als Nachfolgestandard von DVB-T steht DVB-T2 weiterhin für die terrestrische Verbreitung von digitalen Radio-, Fernseh- und Datensignalen. Ein Vorteil zum Vorgänger-Standard ist die gesteigerte spektrale Effizienz. Der verwendete neue Kompressionsstandard ist HEVC, welcher sich gut dafür eignet, da für den Empfang von DVB-T2 sowieso neue Hardware benötigt wird. Durch die neue Technologie kann hochauflösendes Fernsehen in einer größeren Vielfalt auch über Terrestrik übertragen werden.

Der Zeitplan

Sowohl der öffentlich-rechtliche Rundfunk, als auch die Privatsender haben sich für den neuen Standard ausgesprochen. Dabei planen die Privatsender schon Mitte 2016 mit dem Start von DVB-T2. Das würde bedeuten, dass DVB-T schon 2018 abgeschaltet wird. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern rechnet man mit der Abschaltung des ersten DVB-T Standards 2019. Danach wird es zwei Programm-Pakete geben. Ein Paket beinhaltet die öffentlich-rechtlichen Sender, welche weiterhin kostenfrei zur Verfügung stehen. Das zweite Paket soll die Privatsender beinhalten, welche sowohl kostenpflichtige als auch kostenlose Sender enthalten. Die großen Privat-TV-Gruppen werden dann nur noch gegen ein Entgelt verbreitet.

Berliner Pilotprojekt

Erstmals wird in dem Pilotprojekt die neue Kompressionstechnologie HEVC für DVB-T2 eingesetzt. Konkret werden aktuell 6 Sender mit DVB-T2 und HEVC getestet. Darunter sind drei öffentliche Sender wie ARD HD, ZDF HD und Arte HD, sowie drei private Sender. Neben den linearen Sendern, beinhalten die übertragenen Signale auch Daten für HbbTV, Teletext oder auch Audio-Beschreibungen. Das bekannte CI-Plus-Modul wird Teil des neuen Standards, um Bezahldienste über Terrestrik abzuwickeln. Das genaue Verschlüsselungssystem muss allerdings noch gewählt werden.

Der Kampf um die Frequenzen

Während die Mobilfunkanbieter bereits Bedarf für die Frequenzen im Bereich von 700 Megahertz angemeldet haben, kämpfen die European Broadcasting Union (EBU) und ABU (Raum Asien und Pazifik) für den Erhalt der Frequenzen. Der terrestrische Fernsehempfang sei demnach Zugang der Allgemeinheit und dürfe nicht für den Mobilfunk freigegeben werden.

MEDIA BROADCAST

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*