Wandel am TV-Markt: TV-Sender müssen reagieren

Immer mehr Zuschauer nehmen Abschied vom traditionellen Fernsehen und suchen sich neue Möglichkeiten, um ihre Lieblings-Sendungen zu konsumieren. Die TV-Sender selber, zeigen sich davon bisher nur wenig beeindruckt. Das von Experten angesprochene neue Verständnis vom Fernsehen scheint aktuell noch nicht zu den Sendern durchgedrungen zu sein.

Wandel für Produktionsfirmen deutlich spürbar

Das Fernsehsystem in Deutschland ist überwiegend durch Gebühren finanziert. Eine internationale Konkurrenzfähigkeit hat sich am deutschen TV-Markt nie wirklich abgezeichnet. Nur vereinzelt ist es Produktionsfirmen gelungen, mit der Konkurrenz aus anderen Ländern Schritt zu halten. Problem ist, dass nur wenige Investoren bereit sind, am heimischen Markt zu investieren. Damit fehlt der Grundstein für den internationalen Erfolg.

TV-Werbemarkt

Der Werbemarkt bleibt zunächst stabil und verzeichnete 2013 sogar noch ein Wachstum von 2,2 Prozent. Der Zuschauer allerdings entfernt sich Stück weit immer mehr vom klassischen TV. Doch diese Entwicklung wird durch die alternde Bevölkerung, welche sich weniger von der Tradition des TV’s lösen kann, verharmlost dargestellt.

Welche Rolle spielt Netflix

Ursprünglich war das Ziel von Netflix, den deutschen Produzenten zu helfen und lokale Produktionen zu beauftragen. Als der VoD-Riese keine geeigneten Inhalte fand, ruderte dieser zurück. Dies erschwert die Situation für die Produktionsfirmen. Doch auch Netflix muss sich was einfallen, wenn sie das fernsehmüde, deutsche Publikum langfristig an seine Inhalte binden will.

Was bringt die Zukunft?

Der Bedarf an sogenannten Free-Programmen steigt immer weiter. Die Mediatheken der Sender scheinen diesen Bedarf nur bedingt zu decken. Im Oktober bringen es die Top-Inhalte von ARD zusammen gerade mal auf vier Millionen Aufrufe, bei ProSieben sind es 3,5 Millionen. Im Vergleich dazu schaffen es die Top-Ten-Kanäle bei YouTube in dieser Zeit auf über 40 Millionen Views. Somit ist es gut möglich, dass auch die TV-Sender sich dieser Thematik verstärkt annehmen. Mit Studio 71 versucht sich die ProSiebenSat.1-Gruppe Zugang zu YouTube zu verschaffen. Dies könnte ein erster wesentlicher Schritt in die richtige Richtung sein. Wer sich allerdings weigert, sich vom klassischen Verständnis des Fernsehen zu verabschieden, für den könnte es schwer werden.

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