Smart-TV erfasst die mobilen Endgeräte

Seit 1997 beobachten die Öffentlich-Rechtlichen die treibende Kraft hinter den Umwälzungen in der Medienwelt. In der ARD/ZDF-Onlinestudie wird jährlich die fortschreitende Digitalisierung durch das Internet erfasst. Nun liegt die aktuelle Ausgabe vor. Verdrängung oder Kooperation? Dominanz oder Symbiose? Das Zusammenspiel zwischen verschiedenen IPTV-Endgeräten ist das zentrale Thema.

 

Das Internet hat in Deutschland seine Wachstumsgrenze noch nicht erreicht. Obwohl die Verbreitung in den jüngeren Generationen im Zustand der Sättigung angekommen ist, entdecken noch viele ältere Semester die Möglichkeiten des Netzes. Über drei Viertel der Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik sind mittlerweile vernetzt. Doch gerade die unter 30-Jährigen sind online besonders aktiv. Audio- und Videoabrufe und die Nutzung von sozialen Netzwerken führen dabei zu einer passiv-konsumierenden Grundhaltung. Diese Einstellung unterscheidet sich nicht grundlegend von dem Medienkonsum der „Oldtimer“. Statt der großen Revolution, kommt es daher zur Evolution. Fernseher werden intelligent und eine Vielzahl von mobilen Endgeräten helfen, das Fernsehprogramm auf zahlreichen Wegen und Arten abzurufen.

Tablets hinken Smartphones hinterher

Während der Smart-TV das Flaggschiff im Wohnzimmer ist, berücksichtigen die Smartphones und Tablets den mobilen und flexiblen Lebenswandel der heutigen Zeit. Innerhalb der vergangenen drei Jahre hat sich die Nutzung von mobilem Internet mehr als verdoppelt. In der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen geht mit 45 Prozent fast die Hälfte der Konsumenten per internetfähigem Handy ins Netz. Vor allem die Kombination aus günstigen Preisen durch Flatrates und eine Auswahl von vielfältigen Anwendungen (Apps), kam es hier zum Boom. Die Tablets sind dagegen noch etwas jünger und haben noch einigen Aufholbedarf. Die vier Prozent der Nutzerschaft, sind vor allem unter den 30- bis 49-Jährigen zu finden.

Home, sweet Home – mobile Endgeräte in heimischer Nutzung

Smartphones und Tablets stehen dabei eben so wenig in Konkurrenz zueinander, wie mit dem Smart-TV. Jedes Gerät verfügt über einzigartige Eigenschaften, die eine unterschiedliche Nutzungsweise hervorbringen. Der metergroße Flatscreen transportiert das Kinogefühl, während auf dem Tablet noch schnell das Fernsehprogramm durchforstet wird. Derweil wird auf dem Smartphone die letzte Szene im sozialen Netzwerk kommentiert. Eine wichtige Erkenntnis der ARD/ZDF-Onlinestudie 2012 ist auch, dass „mobil“ ungleich „unterwegs“ bedeutet. Die mobilen Handgeräte werden vor allem in den eigenen vier Wänden benutzt.

Tablet das neue Smartphone?

Im Vergleich zu den Anfangstagen des Internets, befindet sich heute der Konsum von Medieninhalten auf Rekordniveau. Statt einer Ablösung des Fernsehens durch das Internet, kommt es einfach zur Verschmelzung. Die Bildschirmmedien gehen eine fruchtbare Allianz ein und erkaufen sich ihr zugeteiltes Zeitbudget durch den Verzicht auf medienferne Freizeitaktivitäten. Hohe Bandbreiten, attraktive Inhalte und der Absatz von Smart-TV inklusive allgemein akzeptierten Standards, werden diesen Trend zukünftig beschleunigen. Derzeit wird auf zeitversetztes Fernsehen im Internet regelmäßig lediglich von elf Prozent der Onliner zurückgegriffen. Und doch hat sich die wöchentlich zeitversetzte Fernsehnutzung beinahe verdoppelt, berücksichtigt man die Tablets. Wiederholen die Tablets die Erfolgsgeschichte der Smartphones? Die Weichen sind zumindest gestellt.

 

Quelle: ZDF

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