Smart-TV: Deutschland auf dem letzten Platz

Die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) hat sich in Europa die Verbreitung und Nutzung von Flachbildschirmen angesehen. Während Deutschland bei der Verbreitung der Smart-TVs noch im Mittelfeld liegt, wird bei der Verbindung mit dem Internet der Anschluss verloren. Ein Zustand, der nun die Branche zum Eingreifen bewegt.

Für die repräsentative Studie der gfu wurden 1000 deutsche Haushalte und 7000 Haushalte in acht weiteren europäischen Ländern befragt. Die Briten übernehmen mit einer Verbreitung von 91 Prozent die Führerschaft bei Flachbildschirmen allgemein, Deutschland muss sich bei 80 Prozent mit dem letzten Platz abfinden. Dafür sind die hierzulande auffindbaren Geräte moderner: 34 Prozent, umgerechnet rund 14 Millionen Geräte, können als Smart-TV klassifiziert werden, in England sind es bloß 21 Prozent. Doch Polen (36 Prozent), die Türkei (40 Prozent) und Frankreich (42 Prozent) bilden die Spitzengruppe.

Smart-TV? Ja, Vernetzen? Nein – ein Paradoxon

Die Einordnung als Smart-TV gibt keine Auskunft über den aktiven Umgang mit Onlineinhalten. In Deutschland sind nämlich lediglich 58 Prozent der Smart-TVs auch wirklich mit dem Internet verbunden. Dies sorgt für den letzten Platz im Ranking, das nächste Land kommt erst in den mittleren 60er Prozentwerten. Ironischerweise ist hier Großbritannien, das Land mit der geringsten Verbreitung an intelligenten Fernsehern, der Spitzenreiter (86 Prozent). Es folgen Frankreich (79 Prozent), die Niederlande (76 Prozent) und die Türkei (73 Prozent). Dabei ist der Trend in Deutschland eigentlich positiv. Für annähernd 60 Prozent der Verbraucher ist die Netzwerkfähigkeit ein Kaufkriterium. Im internationalen Vergleich ist das Interesse hingegen schwach, nur Franzosen (50 Prozent) und Belgier (43 Prozent) gewichten Smart-TV geringer.

Diagonale wichtiger als der Preis

Die Hersteller wird dabei freuen, dass Geld beim Gerätekauf nur für ein Drittel der Bundesbürger entscheidend ist. Käufer in Frankreich und Belgien (je 74 Prozent) und den Niederlanden (67 Prozent), lassen primär den Preis entscheiden. Das Hauptkriterium in Deutschland ist zu 61 Prozent die Bildschirmdiagonale. Hans-Joachim Kamp, Vorsitzender des Aufsichtsrates der gfu, fasst zusammen: „In erster Linie ist nicht der Preis für den Deutschen kaufentscheidend, sondern der konkrete Nutzen. Bei neuen Features, wie der Smart TV-Funktionalität, wird von vielen Deutschen noch nicht der Mehrwert erkannt, der hier geboten wird.“ Daher sei die Initiative “Smarter Fernsehen” zu begrüßen, die, mit breiter Unterstützung von Händlern und Herstellern, den Mehrwert von Smart-TV bewirbt.

 

Quelle: gfu

1 Kommentar zu "Smart-TV: Deutschland auf dem letzten Platz"

  1. Warumduscher | 18. März 2015 um 01:52 |

    Erstens vermiesen einem mithörende Samsung-Sprachsteuerungen hierzulande den Spaß an der Vernetzung und zweitens war vielleicht das Umfrage-Design nicht optimal.

    Ich habe einen Samsung Smart-TV. Ich hatte ihn auch irgendwann mal per WLAN ins Netz gebracht. Aber die integrierte Box war softwaremäßig so schnell veraltet, dass ich das Ding bald wieder vom Netz genommen habe.

    Das ist so, als wenn man nur feststellen würde, dass immer weniger eingebaute Navigationsgeärte bei Autos mitbestellt werden und daraus ableitet, dass Navis nicht mehr im Trend lägen. Dabei ließe das Umfragedesign die Erkenntnis außer Acht, wie sehr Smartphones diese Funktion übernehmen.

    Analog dazu sind bei mir an die Stelle des internen Smart-Moduls per HDMI angeschlossene Geräte getreten: Playstation 3, AppleTV mit Airplay und eine Set Top Box für lineares HD-TV über Zattoo HiQ.

    Sie können mir die Inhalte aus dem Netz schneller und schöner liefern. Dazu wird ihre Software besser gepflegt als die von Samsung.

    Wenn andere hier in Deutschland ähnlich wie ich gedacht haben, sind wir vielleicht gar keine Technikmuffel, sondern Manuel Neue…äääh….nee….sondern werden dem Ruf als Land der Dichter, Denker und Tüftler gerecht.

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