Sky setzt in Zukunft auf Internet – Konkurrenz für Entertain?

Nachdem der Pay-TV-Anbieter Sky kürzlich die ersten schwarzen Zahlen seit langem ankündigte, hört man immer wieder viel Neues aus Unterföhring. Künftig möchte Sky verstärkt auf Internet als eigenständigen Vertriebsweg setzen, wie Sky-Vorstandschef Brian Sullivan in einem Interview verriet. Ist das eine Kampfansage an die Deutsche Telekom?

Alles neu macht der September

Das Pay-TV-Unternehmen Sky macht derzeit positive Schlagzeilen – seit langem mal wieder. Seit man das frühere Leo Kirch-Flagschiff 2009 von Premiere in Sky umfirmierte, hörte man zwar immer wieder Willensbekundungen das defizitäre Unternehmen im schwierigen Fahrwasser der deutschen Bezahlfernsehlandschaft in bessere Zeiten zu manövrieren. So recht glauben mochte man das aber nicht. 2012 scheint nun den Durchbruch zu bringen: Die Abonnentenzahlen steigen, neue Formate machen das Angebot attraktiver, bekannte Gesichter wie Harald Schmidt pflegen das Image, und 2013 soll gar mit Gewinn abgeschlossen werden. Es wäre der erste seit 2005. Es passt also, dass Sky-Vorstandschef Brian Sullivan nun eine weitere Novelle verkündet: Gegenüber dem Mediendienst DWDL.de äußerste er im Interview, Sky wolle künftig die Video-on-Demand Plattform Sky go auch als alleiniges Paket vermarkten.

Sky go als Einsteiger-Pay-TV

So sei es „ein logischer Schritt, um den Einstieg in die Sky Welt zu erleichtern“, Sky go auch ohne klassisches Pay-TV Abo anzubieten. Bisher war die Plattform nur in Verbindung mit Smartcard buchbar. Auf Sky go bietet das Unterföhringer Unternehmen eine wachsende Auswahl an Spielfilmen, Serien, Sportevents und Eigenproduktion wie Harald Schmidt’s Late-Nigth-Show zum Abruf an. Die Video-on-Demand Plattform könnte so als Köder für Kunden dienen, die sich später ja dann vielleicht auch für das komplette Sky-Angebot via Satellit oder Kabel entscheiden. Wann dieses Angebot starten soll und zu welchen Konditionen, ließ Sullivan allerdings offen.

Angriff auf die Telekom?

Die Ankündigung dürfte die andauernden Verhandlungen über die Zukunft der Bundesliga-Berichterstattung beim Telekom-IPTV-Angebot Entertain nicht gerade erleichtern. Schließlich könnte man die weitere Expansion Richtung Internet als Angriff in ohnehin schwierigen Zeiten verstehen. Sky muss künftig pro Saison 485,7 Millionen Euro für die Rechte an der Deutschen Fußballbundesliga berappen und ist damit auch Eigner der IPTV-Rechte, die bisher bei der Telekom lagen. Die Bonner müssen damit nun an den Verhandlungstisch mit Konkurrent Sky, wollen Sie auch künftig ihre „LIGA total!“ Kanäle bespielen. Ob bei der Telekom also künftig die Sky-Inhalte über die Mattscheibe flimmern, ist noch vollkommen unklar.

Quelle: Sky, Deutsche Telekom, DWDL.de

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