Sky setzt auf Partnerschaft statt Konkurrenz

In den nächsten Monaten werden die Übertragungsrechte für die deutsche Fußballbundesliga neu vergeben. Sky setzt dabei wohl erstmals auf eine neue Taktik: Eine Zusammenarbeit mit bisherigen Konkurrenten.

Risiko oder Zusammenarbeit

Wie in der Dienstagausgabe der „Financial Times Deutschland“ nachzulesen war, will der Pay-TV-Anbieter Sky im April bei der Vergabe der Bundesligarechte für 2013 bis 2017 einen neuen Weg einschlagen. Statt einem Wettbieten um die Übertragungsrechte, will Sky mit etwaigen Mitbietern Abmachungen treffen, nach denen Sky die anderen Anbieter mit Inhalten beliefert. Sky-Chef Brian Sullivan sagte gegenüber der „Financial Times Deutschland“: „Jeder, der an den Rechten interessiert ist, hat Optionen: Man kann sich wie wir selbst um die Rechte bewerben und das gleiche Risiko tragen oder mit uns zusammen arbeiten.“ Vor allem mit der Telekom will Sky so ein Wettbieten um die Rechte an der Live-Ausstrahlung verhindern. Beide Unternehmen haben vor, die Bundesligarechte für klassisches Pay-TV, mobiles Fernsehen und IPTV erwerben.

Vorteilhaft für Entertain

Nach den Vorstellungen von Brian Sullivan würde Sky die Inhalte aufarbeiten und in fertiger Form an seine Partner liefern. Das wäre demnach wohl nicht nur für die Bundesligaübertragungen, sondern sogar für alle Inhalte im Sky-Portfolio möglich. Die Einnahmen daraus würden zwischen beiden Parteien geteilt werden. Sullivan hält dies für ein äußerst attraktives Modell – vor allem für die Telekom, denn diese bietet außer der Bundesliga bisher keine weiteren Sportinhalte in ihrem TV-Angebot Entertain an. In den vergangenen Wochen hatte es bereits Verhandlungen zwischen Sky und der Telekom gegeben. Diese wurden allerdings wegen der Konkurrenz um die Bundesligarechte vorerst ausgesetzt. Sky versucht nun mit seiner neuen Gangart, diese ganze Situation gekonnt zu umschiffen. Dieses Vorgehen ist aber natürlich auch nicht ganz uneigennützig.

Zwischen kostspielig und überlebensnotwendig

Sky bezahlte in den letzten Jahren 250 Millionen Euro pro Saison für die Live-Übertragungsrechte an der Fußballbundesliga – die Telekom, aufgrund des bisher eingeschränkten Angebots auf IPTV, lediglich 25 Millionen Euro. Es wird angenommen, dass der Erwerb der Rechte für die nächsten Jahre schon von Grund auf teurer werden wird. Ein Wettbieten, vor allem zwischen Sky und der Telekom, würde den Preis zudem noch in die Höhe treiben. Mit dem Angebot von Seiten Sky an die Konkurrenz würde man dem zuvor kommen und die Ausgaben für die Übertragungsrechte nicht unnötig explodieren lassen. Zudem würde sich Sky durch die Weiterleitung seiner Übertragung zusätzliche Einnahmen sichern und seine Stellung in Sachen Sportübertragungen festigen. Die Vergabe der Rechte für die Liveübertragung der Fußballbundesliga an einen Konkurrenten wäre für Sky außerdem ein sicheres Todesurteil – der Pay-TV-Anbieter ist auf die wöchentlichen Bundesligaübertragungen angewiesen. Eine Einigung mit dem großen Konkurrenten Telekom würde einen Kampf um die Übertragungsrechte im Keim ersticken. So würde Sky sich nicht nur frühzeitig die Rechte, sondern auch sein Fortbestehen sichern.

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Quelle: Financial Times Deutschland

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