Österreich setzt auf digital-terrestrisches TV

In Österreich sollen schon bald bis zu 40 TV-Sender über DVB-T2 zu empfangen sein. Dabei sollen sogar HD-Sender enthalten sein. Analoges Kabelfernsehen hingegen soll mittelfristig vom österreichischen Markt verschwinden.

Terrestrisches TV wird attraktiver

Während einer Expertentagung mit dem Programmschwerpunkt „Weiterentwicklung und Perspektiven für das digitale Fernsehen in Österreich“, wurde in Wien die Zukunft des österreichischen Fernsehmarktes skizziert. Der Geschäftsführer des Sendernetzbetreibers ORS Comm, Michael Wagenhofer, sieht das erfolgsversprechende Modell der Zukunft für den nationalen Markt in der digitalen-terrestrischen Technik. Zwar würden derzeit nur etwa sieben Prozent der Haushalte in Österreich ihr TV-Programm über DVB-T empfangen, was eine Sendervielfalt von lediglich acht Programmen ausmacht. Mit dem neueren Übertragungsstandard DVB-T2 werde das Angebot des digitalen Antennenfernsehens aber für weitaus mehr Haushalte attraktiver: „Mit DVB-T2 können wir bis zu 40 TV-Programme, auch in HD-Auflösung, anbieten“, erläuterte Wagenhofer. „Überall dort in Europa, wo das digitale Antennenfernsehen eine zeitgemäße Programmmvielfalt bietet, ist es auch erfolgreich“, schätzte er außerdem die Perspektiven von DVB-T2 in Österreich ein.

Zeitrahmen für vollständige Analogabschaltung

Bei einer aktuellen Ausschreibung für den Aufbau von DVB-T2 in Österreich, hat auch die ORS Comm teilgenommen. Sie will unter anderem auch zahlreiche deutsche Programme auf dem österreichischen Markt ausstrahlen – eine Entscheidung der Vergabe wird noch in diesem Sommer erwartet. Unterdessen wurde während der Wiener Expertentagung auch über den Ausstieg aus dem analogen Kabelfernsehen gesprochen. Aktuell empfangen schon über 80 Prozent der Haushalte in Österreich digitales Fernsehen. „Allein das Kabelfernsehen wird noch von etwa der Hälfte der Kabelkunden primär analog genutzt“, sagte Alfred Grinschgl, der Geschäftsführer des Fachbereichs Medien bei der RTR-GmbH. Trotzdem laufe die Digitalisierung auch hier seit Jahren sehr dynamisch, fuhr Grinschgl fort. Der Geschäftsführer des Kabelnetzbetreibers Liwest, Günther Singer, formulierte konkrete Bedingungen und einen Zeitplan für einen möglichen Analogausstieg beim Kabelfernsehen: „Wenn ein akkordiertes Vorgehen von Gesetzgeber, Regulierungsbehörde und Kabelnetzbetreiber zu erreichen ist, begleitet von einer guten Kommunikation und Unterstützungsmaßnahmen für die Konsumenten, dann wäre ein Ausstieg aus dem analogen Kabelfernsehen in drei bis fünf Jahren vorstellbar“, sagte er in Wien. Eine vollständige Digitalisierung der österreichischen TV-Landschaft könnte also unter optimalen Umständen schon bis Mitte 2015 möglich sein.

 

Quelle: RTR

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