Mit kleinen Schritten – Medienanstalten veröffentlichen neuen Digitalisierungsbericht

Schon seit weit mehr als einem Jahrzehnt wird es prophezeit – das Ende des analogen Zeitalters. Der Einzug des Digitalen hat seine Opfer gefordert: Die Schallplatte, die Videokassette und die analoge Fernsehverbreitung. Aber stimmt das wirklich? Es gibt sie nach wie vor, die Haushalte mit analogem Fernsehanschluss und Röhrenmonitor. Und glaubt man dem aktuellen Digitalisierungsbericht der Medienanstalten, der dieser Tage veröffentlicht wurde, auch nicht in geringer Zahl.

Millionen „Analogzuschauer“

Das digitale Fernsehen ist auf dem Vormarsch und wird sicher eines Tages zu 100 Prozent marktbestimmend sein. Schon heute schauen laut aktueller Digitalisierungsstudie, welche im Auftrag der Medienanstalten der Länder und Partner aus der Fernsehwirtschaft vom Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest durchgeführt wurde, 81 Prozent der deutschen Haushalte Fernsehen auf digitalem Wege. Im Jahr 2005 noch, gaben nur ein Viertel der Befragten an, Digitalfernsehen zu nutzen. Und trotz dieser beträchtlichen Zuwachsraten überrascht, dass immer noch 44 Prozent der Kabelhaushalte analog Fernsehen schauen. Schließlich sind seit einigen Jahren auf dem Massenmarkt keine analogen Fernsehgeräte mehr erhältlich und die Kabelnetzer bewerben den Umstieg auf Digitalfernsehen seit einiger Zeit sehr intensiv. Trotz allem handeln eben diese Netzbetreiber aber auch inkonsequent, in dem sie keine konkreten Abschalttermine für die analoge Übertragung in ihren Netzen nennen.

Fernsehen via Internet legt zu

Betrachtet man die Gesamtheit der Empfangswege, ist beim etablierten Kabel- und Satellitenempfang wenig Bewegung zu verzeichnen. Beide Empfangswege kommen laut Studie auf je 17,6 Millionen nutzende Haushalte. Lediglich im Prozentbereich gibt es hinter dem Komma einen leichten Vorsprung des Kabelfernsehens um 0,1 Prozent gegenüber Satellit mit 46,2 Prozent. Im Langzeitvergleich mit 2005, verlor Kabelfernsehen als Empfangsart allerdings rund 5 Prozent, während Satellitenfernsehen 3 Prozent hinzugewinnen konnte. Terrestrischer Empfang, inzwischen ja rein digital, hält sich einigen Jahren stabil bei etwa 11 Prozent Marktanteil. Stetige Zuwächse gibt es im Sektor Internetfernsehen, der von den Studienautoren mit „DSL-TV“ zusammengefasst wurde. Während dieser Empfangsweg in der Digitalisierungsstudie von 2006 noch mit 0 Prozent angegeben wurde, sind 2013 4,9 Prozent zu verzeichnen. In absoluten Zahlen entspricht das 1,8 Millionen Zuschauern. Im Vergleich zu 2012 ein Zuwachs von 0,6 Prozent.

Video-on-Demand hui, Smart TV pfui

Die Nutzung von Videos aus dem Internet ist für viele nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. 43 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, diese zu nutzen. Beliebtestes Gerät zum Konsumieren sind aber nicht die von Herstellern so hochgelobten Smart-TV Geräte, sondern laut Studie vor allem klassische PCs oder Laptops. 38,8 Prozent gaben an, Mediatheken, Youtube und Co. auf diese Weise zu nutzen. Über an den Fernseher angeschlossene Geräte mit Internetfunktionen – Smart-TV, Connected TV – nutzen jeweils 5 Prozent, Tablet, PC oder Laptop mit dem Fernseher verbinden 13 Prozent. Insgesamt gaben nur etwa 10 Prozent der Befragten an, im Haushalt ein Smart-TV-Gerät zu besitzen. Davon schließen dann aber nur 60 Prozent das Gerät auch tatsächlich an das Internet an. Es gibt also noch viel zu tun.

Quelle: Die Medienanstalten

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