IPTV und die Wechselbeziehung zu den Nutzern

Seit mehr als 15 Jahren studiert Ericsson das Verhalten und die Werte von Menschen, besonders in Bezug auf Produkte der Informations – und Kommunikationstechnik. Dadurch gelingen einmalige Einblicke in Trends von Märkten und Konsumenten. IPTV ist sogar in der Lage, erfolgreich mit Piraterie zu konkurrieren.

In der Studie TV and Video (PDF) bestätigt das Ericsson ConsumerLab einige bekannte Entwicklungen, deckt aber auch bislang vernachlässigte Themengebiete auf. Zu den unbestrittenen Erkenntnissen gehört sicherlich, dass HDTV ein echter Verkaufsschlager ist. Wachsende Bildschirmgrößen, sei es bei Fernsehern oder Tablets, sind eng verbunden mit dem Bedarf nach bestmöglicher Bildqualität. Das führt dazu, dass 41 Prozent der Zuschauer bereit sind, für diese Premiumqualität einen Aufpreis zu bezahlen. Eben so wenig dürfte überraschen, dass TV zu jeder Zeit und an jedem Ort im Massenmarkt angekommen ist. Dank leicht zugänglicher Dienste greifen 60 Prozent aller Konsumenten wöchentlich auf einen On-Demand Dienst zu.

Ehrlich währt am Längsten – On-Demand schlägt Schwarzkopie

Die unbeschwerte Nutzung von On-Demand ist auch ein starkes Pfund gegen Piraterie, wie ein Vergleich zwischen Spanien und den USA zeigt. Während in Spanien Filesharing der einsame Spitzenreiter beim Streaming und Download von Videos ist, spielt der illegale Bezug von Inhalten in den USA nur eine untergeordnete Rolle. Allen Anklagen gegenüber einer Gesellschaft zum Trotz, die angeblich nicht bereit ist, für Inhalte aus dem Netz zu bezahlen, schafft es hier eine Vielzahl von Anbietern zur Kasse zu bitten. Netflix, Hulu, Amazon Instand Video, Apple iTunes, die Websites der TV-Sender und On-Demand Dienste der Netzbetreiber, sind allesamt beliebter als Filesharing.

Die rechtlichen Konsequenzen sind bei dieser Gegenüberstellung zu vernachlässigen. Die populärsten Argumente für die Bezahldienste sind schlicht der Bequemlichkeit zuzuordnen. Das Wunschmaterial muss schnell zu finden sein, die Downloadgeschwindigkeiten müssen hoch sein, die Verwaltung der Daten darf nicht kompliziert sein, die Daten müssen viren- und fehlerfrei sein, die Daten sollen möglichst wenig Platz belegen und Untertitel sollten dabei sein. Es bleibt die Frage, warum es offensichtlich in vielen Ländern nicht gelingt Plattformen aufzubauen, die diesen Erwartungen an den Komfort genügen. Auf jeden Fall wäre es sinnvoller, als beispielsweise ehrliche Käufer von DVDs und Blurays mit Anti-Raubkopierer-Spots zu behelligen …

Multitasking in sozialen Netzwerken

Für den täglichen Videoabruf haben 67 Prozent der Nutzer ein Smartphone, Tablet oder Laptop zur Hand. Entweder konsumieren sie so direkt Videoinhalte oder sie benutzen die Geräte als zweiten Bildschirm zum Fernsehen. In 2012 nutzen 62 der Zuschauer programmbegleitend Social Media, gegenüber 2011 bedeutet das ein Wachstum um 18 Prozent. Die Vermischung der sozialen Komponente mit dem TV-Programm schafft neue Bindungen, die sowohl den Anbietern von Inhalten, als auch dem Endverbraucher, ein Mehrwert bieten. Dabei reicht es längst nicht mehr, mit einer lieblosen Seite auf Facebook vertreten zu sein. Erst wer die ganze Klaviatur von Social Media beherrscht und auch wirklich auf die Nutzer eingeht, kann diese dauerhaft bei der Stange halten.

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Quelle: Ericsson

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