IPTV-Konkurrenz DVB-T? Private setzen weiter auf Funktechnik

Bereits seit Einführung 2003 in Deutschland ist die digital-terrestrische Ausstrahlung von Fernsehprogrammen nicht unumstritten. So sind die Übertragungskosten pro Haushalt hier im Vergleich zu Kabel oder Satellit deutlich höher, die Senderauswahl ist meist recht begrenzt und HD bisher nicht möglich. Doch trotz allem senden sowohl öffentlich-rechtliche als auch private Sender seit knapp einem Jahrzehnt via DVB-T. Wie bekannt wurde, soll das auch auf absehbare Zeit so bleiben.

Private weiter via DVB-T

Laut eines Berichts des Branchendienst „Rapid TV News“ werden die Programme des deutschen Medienkonzerns RTL in Ballungsräumen auch weiterhin via DVB-T ausgestrahlt. Weiter heißt es, auch ProSiebenSat.1 werde auf absehbare Zeit auf den digital-terrestrischen Verbreitungsweg setzen.

Zukunft DVB-T2?

Fraglich sei allerdings, ob beide Unternehmen auch die Evolution zur Nachfolgetechnologie DVB-T2 mittragen. Diese verspricht vor allem höhere Datenraten, die die Einbindung hybrider Dienste, ein Plus an Sendervielfalt und die Ausstrahlung hochauflösender Sender ermöglichen sollen. In Ländern wie Italien findet die Technik längst Verwendung und erfreut sich höchster Beliebtheit. Frankreich und Großbritannien nutzt die DVB-T2 ebenfalls. In Deutschland zeigt man sich bisher jedoch zögerlich. „Wir befinden uns daher bereits seit einiger Zeit in Gesprächen, um tragfähige Konzepte für eine Fortführung der Terrestrik zu finden und zu entwickeln“, kommentierte ein RTL-Sprecher die derzeitige Verhandlungslage gegenüber „Rapid TV News“. So könne DVB-T2 die terrestrische Ausstrahlung für private Anbieter attraktiver machen, sofern damit durch höhere Datenraten Kosten gespart werden könnten. ProSiebenSat.1 hält sich deutlich bedeckter. Derzeit könne man noch keine langfristigen Prognosen zum DVB-T-Engagement der Sendergruppe geben, so ein Sprecher.

Trotz allem beliebt

Sinn oder Unsinn der terrestrischen Verbreitung wird seit langem diskutiert. War die terrestrische Übertragung in den Anfangsjahren des Fernsehens lange Zeit der einzige Übertragungsweg, haben sich inzwischen längst Kabel und Satellit etabliert. Seit einigen Jahren ist noch IPTV hinzugekommen. Faktisch jeder deutsche Haushalt dürfte also in der Lage sein, mittels einer dieser Übertragungswege Fernsehen zu empfangen. Meist in deutlich besserer Qualität und einer um ein vielfaches höheren Senderzahl. IPTV kann zudem mit attraktiven Video-on-Demand Inhalten punkten. Trotz allem erfreut sich DVB-T in Deutschland wachsender Beliebtheit. Wie eine neuerliche Studie des Statistischen Bundesamts zeigt, nutzt inzwischen jeder vierte deutsche Haushalt terrestrisch übertragenes Fernsehen. Damit habe sich die Zahl gegenüber 2007 mehr als verdoppelt. Immer öfter kämen dabei Zweitgeräte, wie USB-Sticks für den Empfang am Computer zum Einsatz.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Rapid TV News

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