IPTV in Deutschland – Randerscheinung trotz Boom?

Aktuelle Schätzungen von der BITKOM besagen, dass bis Ende 2009 1,2 Mio. Fernsehzuschauer IPTV nutzen. Ende 2008 gab es erst etwa 536.000 IPTV-Kunden. Die Abonnenten-Anzahl wird sich also mehr als verdoppeln und soll bis 2010 dann sogar auf 1,8 Mio. ansteigen. Der nach oben zeigende Trend klingt zwar sehr positiv, doch IPTV hat im Vergleich zu Satellit, Kabel und DVB-T noch immer einen eher geringen Marktanteil. Könnte sich das in Zukunft ändern? Einige Experten sind sich bereits einig: IPTV ist die überlegene Technik.

So bieten sich beim Fernsehen übers Internet Vorteile, die es bei den anderen Übertragungswegen nicht oder nur teilweise gibt. Besonders beliebt bei den Zuschauern ist das Timeshifting, also das zeitversetzte Fernsehen. Spezielle Internet-Angebote für den Fernseher sind nur bei IPTV möglich. Sowie E-Mails schreiben, Online shoppen, Video-On-Demand usw. Durch den Rückkanal bei IPTV eröffnet sich für die Kunden und Servicenabieter eine noch nie da gewesene Interaktionsmöglichketi beim Fernsehen.

Doch warum ist IPTV in Deutschland dann noch immer eher eine Randerscheinung? In anderen europäischen Ländern ist es schon längst etabliert. So z.B. in Frankreich, wo IPTV sogar mehr Kunden als das Kabelfernsehen anzieht. Dort gibt es attraktive und günstige Triple-Play-Angebote mit denen die Fernsehzuschauer gelockt werden. Häufig genanntes Argument für Frankreich ist auch, dass es dort weniger Alternativen wie hierzulande gibt.

Denn in Deutschland ist die Ausgangssituation etwas anders. Momentan gibt es 3 Anbieter für IPTV: Hansenet/Alice, Arcor (bald Vodafone) und T-Home. Nur T-Home bietet auch Triple-Play über die VDSL-Leitung in ca. 50 Städten an. Es ist zwar auch möglich IPTV mit ADSL2+ und bei Arcor sogar mit einer 6000er Leitung zu empfangen. Aber grundsätzlich gilt, je schneller die Leitung desto besser. Das wissen auch die Kunden.

Bis 2014 möchte die Bundesregierung im Rahmen ihrer Breitbandstrategie 75% der deutschen Haushalte mit mindestens einer 50 Mbit/s-Leitung versorgen. Sollte das gelingen, kann man davon ausgehen, dass sich mit der zunehmenden Verfügbarkeit von schnellem Internet und neuen Triple-Play-Angeboten auch IPTV in Deutschland weiter etablieren wird.

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BITKOM Presse

1 Kommentar zu "IPTV in Deutschland – Randerscheinung trotz Boom?"

  1. Warum hat die Regierung Interesse an der Ausdehnung von Breitbandanschlüssen? Fast jeder Haushalt in der Großstadt hat einen Kabelanschluss und bekanntlich lassen sich hier schon mehr als 50 MBit übertragen. Auch per Sat ließe sich interaktives Fernsehen empfangen. Wozu also weitere Verkabelung … wahrscheinlich dann auch noch subventioniert … Klopfen da etwa wieder die Lobbyisten an die Tore der Politik?

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