Unicast, Multicast, P2P

Videoinhalte können auf verschiedene Art und Weise zum Empfänger gelangen. Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, wie die Datenübertragung bei IPTV realisiert wird: Unicast, Multicast und Peer-to-Peer (P2P).

Unicast

Bei IP-Verbindungen per Unicast handelt es sich um Punkt-zu-Punkt Verbindungen, d.h. jeder Empfänger kommuniziert direkt mit dem Sender. Dies bedeutet, dass der Sender jeden einzelnen Empfänger mit den angeforderten Daten versorgen muss, was ein hohes Datenaufkommen (Traffic) auf Seiten des Senders verursacht. Aus diesem Grund kommt die Unicast-Verbindung lediglich bei Video on Demand (VoD) Inhalten zum Zuge, und nicht etwa beim linearen Live-Fernsehen, welches Tausende oder Millionen von Menschen empfangen wollen.

IP Multicast

Die Lösung für die Probleme, die Unicast mit sich bringt, heißt IP Multicast. Bei IP-Multicast werden die Datenströme nicht an einen bestimmten Empfänger gesendet, sondern mit einer „virtuellen“ Adresse (einer IP-Adresse zwischen 224.0.0.0. bis 239.255.255.255) ins Netz übertragen. Dabei werden die Daten jedoch nicht „blind“ an alle Teilnehmer im Netz weitergeleitet, sondern nur an solche, die sich mittels IGMP (Internet Group Management Protocol) bei einem Router in eine Multicast-Gruppe eingetragen haben. Die Vervielfältigung des Datenstroms findet innerhalb der Netzinfrastruktur bei Routern und Switches statt, an denen die Teilnehmer angeschlossen sind. Der Vorteil von Multicast ist also, dass die benötigte Bandbreite, die beim Sender anfällt, wesentlich
geringer ist, als beim Unicast. Aus diesem Grund werden linear ausgestrahlte Fernsehsignale per Multicast gesendet.

Peer-to-Peer (P2P)

Ein weiterer Ansatz, um IPTV zu verbreiten, ist der Weg über Peer-to-Peer-Verbindungen (P2P). Bekannt ist die Technik vor allem durch Tauschbörsen, bei denen Musik, Filme oder andere Dateien von vielen verschiedenen Quellen heruntergeladen werden können. Bei P2P verschickt der Empfänger einen Teil seiner empfangenen Daten gleichzeitig an einen weiteren Nutzer, und dieser schickt wiederum einen Teil an einen Dritten usw. Wie beim Multicast, konzentriert sich die Last also nicht auf einen einzigen Sender sondern auf mehrere kleine.

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