Intel bringt dieses Jahr eigenen IPTV-Dienst

Eigentlich als reiner Hardware-Hersteller positioniert, will Intel nun auf dem heißumkämpften IPTV-Markt mitmischen. Analysten bezweifeln, dass gegen Wettbewerber wie Apple, Amazon und Google, noch groß aufgeholt werden kann. Dennoch gibt sich die verantwortliche Abteilung Intel Media selbstbewusst.

Wie Haie umkreisen die Schwergewichte im internetbasierten Fernsehen das Kabelfernsehen-Ökosystem. Bei einem Marktvolumen von 100 Milliarden US-Dollar wollen sie das eingefahrene Fernsehgeschäft modernisieren und dabei ein ordentliches Stück vom Kuchen abbekommen. Nun steigt Intel in den Ring. Verhältnismäßig kompakte Pakete sollen die Konsumenten gezielt ansprechen. Erik Huggers, Vice President und General Manager von Intel Media, plauderte anlässlich der Konferenz „AllThingsDigital – Dive into Media“ aus dem Nähkästchen.

Gelingt es Intel sich durchzusetzen?

Derzeit werde mit den Anbietern von Inhalten verhandelt. Quellen berichteten, dass es hierbei zu Problemen kam, da Intel nur bestimmte Sender zum vergünstigten Preis, wie ihn auch Kabel- und Satellitenkunden erhalten, lizensieren wollte, die Medienkonzerne aber unwillig waren, diese aus vorgegebenen Paketen zu lösen. Seit dem letzten Jahr arbeitet Intel Media an einer Internetplattformen und den passenden Endgeräten. Huggers will dabei mit seinem Team den Konsumenten eine besondere Erfahrung bieten: „Wir haben die Chance ein vom Kunden zusammenstellbares Paket zu offerieren, eine Chance kleinere Pakete zu ermöglichen.“ Neben Video-on-Demand ist auch Live-TV vorgesehen.

Dass auch Intel, obwohl Einsteiger auf dem Gebiet, den Angriff wagt, zeigt, dass die Position der herkömmlichen Übertragungswege wackelt. Sich verändernde Sehgewohnheiten und steigende Programmkosten, lassen IP-basierte Lösungen zunehmend attraktiv erscheinen. Zumindest bei der Set-Top-Box, die Intel als Element des IPTV-Paketes beschreibt, können die Kenntnisse im Bereich der Prozessoren eingebracht werden.

Set-Top-Box kommt mit Kamera

Die Entwicklung der Set-Top-Box scheint schon weit fortgeschritten zu sein. Auch wenn es sich noch nicht um die Endfassung handelt, werden aktuell vermutlich mehrere hundert Boxen von Intel-Mitarbeitern praxisgerecht getestet. Ob neben den Standards (Qualität von Bild, Ton und Navigation) auch die mitgelieferte Kamera getestet wird? Diese soll in der Lage sein, Gesichter zu erkennen und so individuelle Programmprofile zu liefern, kann aber auch zur Gestensteuerung eingesetzt werden. Schafft es der ganzheitliche Ansatz aus Inhalten und Hardware Akzente zu setzen? Intel sieht diese Kombination jedenfalls als wichtigen Vorteil gegenüber den Mittbewerbern.

Webtipps zum Beitrag:

» IPTV Anbieter Übersicht

Quellen: Intel, Reuters

1 Kommentar zu "Intel bringt dieses Jahr eigenen IPTV-Dienst"

  1. Na mal ganz ehrlich. Das hört man nun seit Jahren. Wer schon alles einen eigenen IPTV-Dienst aufziehen wollte bzw. immer noch (angeblich) dran arbeitet. Google, Apple, Hinz und Kunz und nun auch noch Intel? Erstmal müssen wir hier unsere Breitbandnetze auf Fordermann bringen :-)

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