Hinkt Smart-TV der technischen Entwicklung hinterher?

Eine aktuelle Studie schockt alle Freunde von modernen Flachbildschirmen. Schon nach wenigen Jahren soll die Hardware nicht mehr mit neuen Standards mithalten können. Die Hersteller tragen ihren Teil dazu bei, indem Altgeräte bei der Veröffentlichung von Software selten unterstützt werden.

 

Die Experten von Informa Telecoms & Media werfen ein schlechtes Licht auf die Zukunftsfähigkeit brandneuer Smart-TVs. In den Smart-TV Device Forecasts 2012-2017 wird beschrieben, wie 2011 oder 2012 erworbene Geräte bereits 2015 von der technischen Entwicklung abgehängt sein werden. Die düstere Prognose identifiziert den langen Lebenszyklus der Flachbildschirme als Hauptursache für deren Bedeutungsverlust. Als zentraler Knotenpunkt des medialen Lebens würden sich andere Endgeräte, die schneller ausgetauscht werden, besser eignen. Folglich geben künftig Tablets, Set-Top-Boxen, Mediastreamer und Videokonsolen im Wohnzimmer den Ton an. Den Smartphones steht dabei eine Führungsrolle zu, da ihre kurzen Lebenszyklen und die schnell steigende Prozessorpower auch weiterhin definieren, was „smart“ bedeutet.

Weniger ist manchmal mehr – Interaktion statt Inhalte

„Wir schätzen, dass in 2017 mehr als die Hälfte der global 800 Millionen Smart-TVs nur als dumme Bildschirme genutzt werden.“ kommentiert Andrew Ladbrook, Senior Analyst bei Informa Telecoms & Media. Er bezieht sich dabei auf den nicht durchgeführten Anschluss ans Internet. Eine Chance für Smart-TV sieht er vor allem in einem echten Mehrwert abseits von reinen Inhalten: „Smart-TVs müssen erweiterte Funktionalität hinzufügen. Diese beinhaltet Sprachsteuerung, Gestensteuerung, fortgeschrittene Werbung, gutes Design der Steuerung, und eine zwei-Wege Kommunikation mit anderen smarten Geräten. Diese sollen dann Videos an den Fernseher senden können und zusätzliche Infos zum Programm liefern. Die Hersteller sollten sich weniger darauf fokussieren, mehr Inhalten hinzuzufügen. Es sollte eher die Art und Weise verbessert werden, wie die Nutzer mit den Inhalten interagieren können.“

Weltweiter Siegeszug dennoch nicht zu stoppen

Der Verkauf der smarten Flachbildschirme läuft indessen prächtig. Global geschätzt 54 Millionen verkaufte Geräte in 2012 und bis zu 220 Millionen Geräte in 2017, sprechen für einen gesunden Markt. Innerhalb von fünf Jahren kommen so 31 Prozent aller weltweiten Haushalte in den Genuss eines intelligenten Bildschirms. Westeuropa schlägt dabei mit einer Verbreitung von 64 Prozent sogar die fernsehbegeisterten Nordamerikaner (63 Prozent).

 

Quelle: Informa Telecoms & Media

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