HDTV der nächsten Generation

Während HD-Inhalte den Weg in immer mehr Wohnzimmer finden, wird von Entwicklern schon an der nächsten Stufe der hochauflösenden Bildschirmtechnologie gefeilt. Die Internationale Fernmeldeunion hat der Branche nun zwei Technologie-Standards für das neue Format UHDTV vorgeschlagen.

Zwei neue Auflösungen, ein Name

Die Internationale Fernmeldeunion (ITU), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die mit TV-Herstellern und Rundfunkanbietern zusammen arbeitet, hat Ende Mai zwei Standard-Definitionen für Ultra High Definition Television (UHDTV) vorgelegt. Wie die Organisation mitteilte, sollen unter dem neuen Label UHDTV die Auflösungen 7680 x 4320 (8K) und 3840 x 2160 (4K) zusammengefasst werden. Die entsprechenden Definitionen des ultrahochauflösenden Standards liegen aktuell bei den zuständigen Aufsichtsbehörden zur Kontrolle und Abnahme. Auf der Fachmesse IBC war 2011 bereits ein TV-Gerät mit 8K-Auflösung präsentiert worden.

Gewaltige Unterschiede

Dass die ITU gleich zwei Auflösungen unter einem Label zusammenfassen will, ist nichts Neues. Bereits beim aktuellen HDTV-Standard war die Organisation so vorgegangen, indem sie eine erste Auflösung von 1280×720 (720p, auch bekannt als HD-Ready) und eine zweite Auflösung von 1920×1080 (1080p, bekannt als Full-HD) einführte. Verwunderlich an dem jetzt neu vorgeschlagenen HD-Standard ist jedoch, dass der Qualitätsunterschied zwischen den beiden Auflösungen extrem groß ist. So entspricht eine Auflösung von 4K etwa 8 Megapixel, aber mit 8K hingegen können schon 32 Megapixel dargestellt werden – das entspricht einer viermal so hohen Auflösung wie 4K. Es könnte also auf den ersten Blick von einer starken Qualitätskluft zwischen den beiden Auflösungen von UHDTV gesprochen werden.

Zukunftsmusik

Auf den zweiten Blick stellt die Einführung der zwei neuen ultrahohen Auflösungen für Bildschirme aber doch kein so großes Problem dar, wie anfänglich vielleicht vermutet. So gibt es zwar einerseits jetzt schon erste TV-Geräte auf dem Markt, die mit ihrer Technologie die 4K-Auflösung von 3840×2160 Bildpunkten darstellen können. Weitere Geräte dieser Art werden sicherlich schon in naher Zukunft folgen. Die weitaus größere 8K-Auflösung mit 7680×4320 Bildpunkten ist andererseits noch weit weg von den Wohnzimmern und Heimkinos dieser Welt. Die aktuell eingesetzte Übertragungstechnik ist den Bandbreiten, die ein 8K-Singal benötigen würde, naämlich noch längst nicht gewachsen. Außerdem gibt es auch noch keine 8K-Bildschirme auf dem Markt. Brancheninsider prognostizieren, dass es noch mindestens acht bis zehn Jahre dauern wird, bis sich die 8K-Technologie verbreiten wird. Die Integrierung der 4K-Auflösung in den neuen technischen Standard würde es Geräteherstellern jedoch ermöglichen, schon sehr bald Bildschirme mit einem UHDTV-Logo zu verkaufen. Voraussetzung dafür ist aber, dass die zuständigen Behörden den Vorschlag der ITU für den UHDTV-Standard absegnen.

 

Quelle: BBC, ITU

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

banner