Germany’s Gold vor großen Hürden

Das Bundeskartellamt hat in Bezug auf das Video-on-Demand Portal von ARD und ZDF ein Machtwort gesprochen. Um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten, sind einschneidende Zugeständnisse nötig. Erneut erhält das Online-Engagement der Öffentlich-Rechtlichen einen herben Dämpfer.

 

Gold hat sich auch außerhalb der Börse in den letzten Monaten nicht zufriedenstellend entwickelt. Das begehrte Edelmetall steht Pate für den Arbeitsnamen der ersten vollwertigen, öffentlich-rechtlichen Onlinevideothek „Germany‘s Gold“. In deren Mittelpunkt sollen Filme, Dokus und Serien aus 60 Jahren deutscher Filmgeschichte stehen. Doch der digitalen Euphorie von ARD und ZDF blies seit der Gründung ein kalter Wind entgegen. Während die Mediatheken schon seit längeren mit gebührenfinanzierten Inhalten Zuschauer locken, wurden für Germany’s Gold Abrufentgelte, Abos und Werbung als Einnahmequellen angekündigt.

Vorteil durch Gebührenfinanzierung

Sowohl die privaten Sender, als auch unabhängige VoD-Dienste, können sich daher ohne Zweifel fragen, ob diese Pläne in Sachen Medienpolitik und Medienrecht tragbar sind. Nun kann das Bundeskartellamt zwar mangels Zuständigkeit nicht entscheiden, ob für mit Gebühren finanzierte Inhalte ein weiteres Mal kassiert werden darf. Die gemeinsame Vermarktung von kostenpflichtigen Videos ist dem Amt hingegen ein Dorn im Auge und führt zu wettbewerblichen Bedenken. Preiseabsprachen der eigentlich voneinander unabhängigen Sendehäuser ARD und ZDF seien nicht akzeptabel. Ebenso können Konkurrenten bewusst von Sendeinhalten ausgegrenzt werden.

 

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, hält fest: „Die kartellrechtlichen Probleme liegen auf der Hand. Darüber hinaus sind Mediathek und die Produktion der Inhalte gebührenfinanziert und verursachen bereits deshalb eine erhebliche Wettbewerbsverfälschung auf dem Markt für Video-On-Demand. Noch weitergehende Wettbewerbsbeschränkungen durch kommerzielle Töchter der Rundfunkanstalten können nicht hingenommen werden.“

Sind die Bedingungen erfüllbar?

Das führt zu der Forderung des Bundeskartellamtes, dass die kooperative Vermarktung beendet werden muss. Zusätzlich solle die Zusammenarbeit komplett auf den Betrieb einer technischen Plattform begrenzt werden. Dann könne das Amt grünes Licht geben. Diese deutlichen Einschnitte reduzieren die öffentlich-rechtliche Plattform deutlich, da die teilnehmenden Sender nicht abgestimmt mitunter kannibalisierend aufeinander einwirken würden. Die Verantwortlichen der eigens gegründeten Germany’s Gold GmbH müssen daher demnächst entscheiden, ob sie unter diesen Umständen überhaupt noch handlungsfähig sind.

 

Quellen: Bundeskartellamt, WDR, VPRT

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*