Entwicklung von Smart-TV bedroht? Flaschenhals Breitband?

Chris Forrester, renommierter Experte für Fernsehtechnik, sieht den Erfolg von Smart-TV gefährdet. Neben der Leistungsfähigkeit der Datennetze, beurteilt er auch das weitere Wachstum von 3D-Fernsehen kritisch. Ein weiteres neues Format wird hingegen überraschend positiv gewertet.

 

Der britische Journalist Chris Forrester gilt eigentlich als Experte für die Satellitenübertragung. Sein Blickwinkel reicht jedoch weit über dieses große Feld hinaus. Trends wie satellitengestütztes IPTV sind bereits heute im Aufwind. In seinem neuen Buch „Even Higher“ lässt er Fachleute aus der Branche zu Wort kommen, steuert aber auch seine eigenen Ansichten zur Zukunft der Fernsehübertragung bei. Dabei scheut er sich nicht, ein Bild von der Fernsehwelt in 25 Jahren zu zeichnen.

Medienkonvergenz braucht potente Vernetzung

Der Mediendienst kress konnte sich einige Schlüsselerkenntnisse von Forrester sichern. So erkennt der Buchautor infrastrukturelle Probleme bei der flächigen Durchsetzung von Smart-TV: „Die Nachfrage nach Bandbreite steigt enorm.“ Während die Festplatten immer größer werden, erklimmen auch die durchs Netz verschickten Datenmengen neue Rekordhöhen. In 2016 sollen beispielsweise zweimal mehr Geräte online sein, als heute Menschen auf der Erde leben. Das würde über 21 Milliarden entsprechen – und sowohl für die Netzbetreiber, als auch die Fernseh-Industrie, eine enorme Herausforderung darstellen.

 

„Während viele Sender enthusiastisch die neue Welt von YouTube, Facebook, Twitter und ihre lokalen Varianten, angenommen haben, ist es Fakt, dass diese Dienste vor gerade einmal zehn Jahren kaum bekannt waren.“ Während auf der einen Seite die Verschmelzung der digitalen Inhalte zunimmt, bleiben die notwendigen Multiplattform- und Multiscreen-Anpassungen Aufgaben, die teils dramatisches Umsteuern erfordern. Robin Crossley von BskyB kommentiert: „Wir finden uns gerade in der Mitte der Smartphone- und Tablet-Revolution. Konsumenten erwarten zunehmend – und zu Recht – die Zuhause bezogenen Inhalte auch unterwegs verfügbar zu haben.“

3D möglicherweise am Ende – 4K schnell marktreif

Richtig düster sieht es dagegen für 3D aus. Vor allem die ausbleibende, komfortable Nutzungsmöglichkeit sei weiterhin eine hohe Einstiegshürde. Brillenlose 3D-Technik ist kaum auf dem Markt zu finden, worunter auch spürbar alle bislang verfügbaren Inhalte leiden: „Die Produzenten erstellen derzeit einfach zu wenig 3D-Content. Eigentlich hätte man jetzt schon mehr 3D-Film-, aber auch Kinder-Kanäle erwarten müssen.“ Wurde hier bereits eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt?

 

Etwas unerwartet wird 4K ein schneller Eintritt in den Massenmarkt bescheinigt. Schon in vier Jahren wäre die vielfache HD-Auflösung im Mainstream anzutreffen. Diese Prognose ist vor allem deswegen ungewöhnlich, da viele Produzenten von Inhalten und Sendern gerade erst kostspielig auf HDTV umgestellt haben. Außerdem profitieren von der 4K-Auflösung vor allem sehr große und teure Geräte. Dadurch sind in dem anvisierten Zeitraum, nach eigener Einschätzung, allenfalls spezielle 4K on-Demand Angebote wirtschaftlich zu betreiben.

Quellen: kress, Chris Forrester

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