Die Vermessung der deutschen Onlinevideo-Welt

Werden bald mehr Onlinevideos unterwegs abgerufen, als Zuhause? Welche Inhalte werden im Netz besonders stark nachgefragt? Und wie wichtig ist Social-TV wirklich? Der „Web TV Monitor 2012“ liefert Antworten.

Goldmedia hat im Rahmen der umfangreichen Studie (PDF) 194 Millionen tägliche Videoabrufe registriert. Auf den Monat hochgerechnet ergeben sich so sechs Millionen Klicks. Insgesamt kämpfen 1.424 Online-TV Dienste um die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Die Nachfrage nach Videos aus dem Web stieg um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei wurde jeder fünfte Zugriff über ein mobiles Gerät durchgeführt.

Mobiles Kino: Notebook, Smartphone oder Tablet?

Die passende App oder eine für tragbare Geräte aufbereitete Website, werden für die Anbieter der Videoinhalte immer wichtiger. Jeder zweite Provider kann bereits eine der beiden Optimierungen vorweisen. Zwei Drittel der Befragten halten das für einen wichtigen Schritt in die Zukunft. Ein heißer Kandidat für den flexiblen Konsum von Videos sind Tablets. Bereits von 2011 (elf Prozent) auf 2012 (18 Prozent) konnten sie ihren Anteil an den Videoabrufen spürbar ausbauen. In 2016 soll die Geräteklasse bereits für 38 Prozent der Klicks verantwortlich sein. Apps vertragen sich auch immer besser mit Smart-TVs. Per IPTV belieferbare Geräte erhalten bisher von jedem vierten Anbieter von Inhalten (23 Prozent) eine passende Anwendung.

Klassische Websites oder soziale Netzwerke?

Große Events mit internationalem Flair werden von den Verbrauchern in überdurchschnittlichem Maße geklickt. In 2012 waren das unter anderem die Fußball EM 2012 und die Olympischen Spiele. Primäre Anlaufstelle für die Zuschauer sind dabei die Websites der Online-TV Kanäle (67 Prozent). Diese werden bis 2016 zwar an Bedeutung verlieren (61 Prozent), aber immer noch deutlich vor den sozialen Netzwerken (29 Prozent) liegen. Zurzeit sind Facebook und Co für 25 Prozent der Abrufe zuständig.

Video-on-Demand – Gewinner der nächsten Jahre?

Insgesamt wird sich die Entwicklung der gesamten Branche positiv gestalten. Stolze 95 Prozent der Online-TV Dienste werden kostenlos angeboten, aber nur 61 Prozent durch Werbung refinanziert. Die verbliebenen 34 Prozent müssen ihre Grundlage über Marketing-Budgets und alternative Quellen sichern. Auch wenn die Erlöse aus Werbung zunehmen werden, sehen die Anbieter die größten Chancen für Pay-TV Dienste. Das könnte vor allem für Video-on-Demand gelten, welches schneller als das lineare Onlinefernsehen wachsen soll.

Quelle: Goldmedia

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