Telekom mit leeren Händen – Sky erhält Zuschlag für Bundesligarechte

Die Live-Übertragung der Fußball-Bundesliga wird bis zur Saison 2016/17 bei Sky zu sehen sein. Der Pay-TV-Riese konnte die DFL im Wettbieten um die Übertragungsrechte überzeugen. Auch die IPTV-Rechte gingen an Sky – bei Telekoms Entertain werden demnach bald keine Bundesligaspiele mehr zu sehen sein.

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„Heute ist ein guter Tag für die Bundesliga und den gesamten Deutschen Fußball!“ – so eröffnete der Liga-Präsident Dr. Reinhard Rauball die Pressekonferenz zur Neuvergabe der Bundesliga-Übertragungsrechte am Dienstagmittag. Während der Präsentation der Ergebnisse der Vergebungsverfahren wird klar: Generell hat sich an der Rechteverteilung nicht viel geändert, aber die beschlossenen Änderungen haben es in sich. Die DFL entschloss sich zugunsten des „normalen“ Fernsehzuschauers auch für den kommenden Lizenzierungszeitraum für das sogenannte „Klassik-Szenario“, bei dem erste Zusammenfassungen der Spieltage im Free-TV gezeigt werden. Hierfür erhielten ARD und ZDF den Zuschlag, genauso wie für ein Paket aus sieben Live-Spielen, das unter anderem das Eröffnungsspiel am ersten Spieltag enthält.

Sky sticht Telekom aus

Im Wettbieten um die wichtigsten Pakete – die Live-Übertragungsrechte – konnte sich Sky auf ganzer Linie gegen den Mitbewerber Telekom durchsetzen. So erhielt der Pay-TV-Gigant den Zuschlag für alle Liveübertragungen der ersten und zweiten Bundesliga auf allen Technologien: Kabel, Satellit, Terrestrik, Web, Mobilfunk und überraschenderweise auch IPTV. Die Telekom geht damit im Wettkampf um die nicht nur finanziell wichtigen Bundesligarechte überraschenderweise komplett leer aus – bisher hatte sie die ÜLive-Rechte für IPTV besessen und wollte das Angebot des Entertain-Bundeligapakets „LIGA total!“ auch auf andere Übertragungswege ausbauen. Der DFL-Vorsitzende Christian Seifert sagte, beide Bieter hätten „sehr gute und starke Angebote und Konzepte präsentiert“ – seiner Ansicht nach ein Zeichen des „Vertrauens in die Zukunft der Bundesliga“. Die Entscheidung der außerordentlichen Hauptversammlung der DFL sei aber trotzdem einstimmig gewesen.

Sport1 sichert sich Rechte

Die Bundesligarechte sind in der aktuellen Vergabe erstmals für vier Jahre vergeben worden und für den Zeitraum der Saison 2013/14 bis zur Saison 2016/17 gültig. Neben den öffentlich-rechtlichen und Sky gibt es noch zwei weitere Bieterparteien, die Lizenzen für die Verwertung der Bundesliga erhielten. So bekam Sport1 das neu eingeführte „Paket J“ zugeschrieben, das dem Sender erlaubt, am Sonntagvormittag Spielzusammenfassungen von den Samstags- und Freitagsspielen auszustrahlen. Außerdem erhielt Sport1 den Zuschlag für die Liveübertragung der Montagsspiele zweiten Bundesliga und die Highlights der zweiten Liga.

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Im ebenfalls neu eingeführten „Paket M“ gab es eine weitere Überraschung. Neun von insgesamt zehn Bietern reichten für das Paket, das die Rechte für Web- und Mobile-Clips für den Zeitpunkt ab einer Stunde nach dem Spielabpfiff enthält, Angebote ein. Den Zuschlag für dieses Paket erhielt die Axel Springer AG, der damit erstmals Rechte an der Bundesligaverwertung hält. Somit ist es ab der Saison 2013/14 möglich, über die Website oder Smartphone-App der Bildzeitung die Highlights des Spieltages betrachten zu können – und das schon vor der Sportschau.

Mehr Geld für die Liga

„Heute ist ein guter Tag für die Bundesliga“ – mit dieser Eröffnung drückte Dr. Rauball mit Sicherheit seine Zufriedenheit über den Abschluss der Rechtevergabe aus. Aber auch die Erfüllung der Wünsche der Vereine dürfte bei ihm und dem DFL für Zufriedenheit gesorgt haben, denn zuletzt wurde von Verantwortlichen mehrerer Erstligavereine immer wieder bemängelt, dass die Vergabe der TV-Rechte zu wenig Geld in die Kassen der Vereine einspiele. Durch den Abschluss der neuen Verträge wird in Zukunft aber deutlich mehr Geld fließen, als im aktuellen Lizenzierungszeitraum: Durchschnittlich 628 Millionen Euro pro Saison nimmt der DFL in den Spielzeiten 2013/14 bis 2016/17 ein – das sind fast 50 Prozent mehr als bisher. Dem Deutschen Fußball wird dies tatsächlich gut tun, denn der Abschluss der neuen Verträge spühlt nicht nur neues Geld in die Kassen der Liga und Vereine, sondern er dürfte auch die ligainterne Kritik der Clubs an der DFL beenden.

 

Quelle: DFL

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