Neues Urheberrecht im Bereich TV?

Vom: 28 Nov 2015 IPTV News, Sender, VoD tagged mit , , , , , ,

Am 24.11.2015 diskutierte der Verband der Deutschen Kabelnetzbetreiber über die Änderung des Urheberrechts. Vordergründig ging es dabei um neue IP-basierte und zeitversetzte Fernsehangebote. An dem Gespräch beteiligten sich neben Dr.Peter Charisse vom ANGA-Verband, auch Vertreter von ZDF, ProSiebenSat1, Zattoo, GVL.

Medienkonsum der Zukunft

Prof. Dr. Klaus Goldhammer hat anhand seiner Studie “Kursbuch Medienkonsum der Zukunft” im Vorfeld der Podiumsdiskussion einen Ausblick für den zukünftigen Medienkonsum gegeben. Wie die Umfragen der Studie ergeben haben, hat sich der Trend zur orts- und zeitunabhängigen Nutzung von Videoinhalten deutlich bestätigt. Der ANGA-Geschäftsführer Dr. Peter Charissé hält es für sinnvoll, auf die Konkurrenz der Online-Plattformen nicht nur mit eigenen Video-on-Demand-Angeboten zu reagieren. Vor allem auch im linearen Fernsehangebot muss sich aus seiner Sicht etwas tun. Hier könnte die Funktion vom zeitversetztem Fernsehen Abhilfe schaffen.

Gesetzlicher Handlungsbedarf

Bei den Forderungen für gesetzliche Veränderungen, waren sich die Vertreter einig und forderten eine technologieneutrale Ausweitung der für die Kabelweitersendung geltenden Vorschriften für den Rechteerwerb. Im Hinblick auf zeitversetztes Fernsehen, gestaltet sich die Lage als schwierig. Lizenzen müssen hierbei oft von einer unüberschaubaren Zahl von Rechteinhabern erworben werden, was das Risiko einer Verwehrung neuer Angebotsformen in sich birgt. Hier könnte eine gebündelte Lizensierung mit allen notwendigen Rechten über eine Verwertungsgesellschaft, wie es sich beim klassischen Kabelfernsehen bewährt hat, Abhilfe schaffen. Nur dadurch können Funktionalitäten, wie zeitversetztes Fernsehen oder netzseitige Videorekorder, unkompliziert eingeführt werden.

Vorschläge der ANGA an die Gesetzgebung
  1. “Kabelweitersendung: Technologieneutrale Ausgestaltung der Vorschriften in der EU-Richtlinie und in § 20b des Urheberrechtsgesetzes
  2. Zeitversetztes Fernsehen: Gebündelten Rechteerwerb ohne Blockaderisiko durch sogenannte Außenseiter ermöglichen
  3. Verhandlungsgleichgewicht zwischen Verwertungsgesellschaften und gewerblichen Rechtenutzern gewährleisten:
    • Aufrechterhaltung des Abschlusszwangs der Verwertungsgesellschaften
    • Stärkung der Option auf vorläufige Rechteeinräumung durch Hinterlegung von Vergütungen
    • Festschreibung der vorgenannten Grundsätze auch gegenüber ausländischen Verwertungsgesellschaften”

Fakt ist, dass vor allem im Bereich des linearen Fernsehens Innovationen erforderlich sind, um die verbliebenen Kunden zu halten. Flexibilität wird in der heutigen Zeit sehr groß geschrieben und diese Tatsache gilt vor allem auch für den Medienkonsum.

Quelle: ANGA
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Vom: 28 Nov 2015 -