Kabel, SAT, DVB-T oder IPTV – Welche Empfangsart ist besser?

Vom: 02 Jun 2016 Digital TV, IPTV News tagged mit , , , , , ,

Vor ein paar Dekaden war die TV-Welt noch simpel, wenngleich nicht so bunt und vielfältig. Das TV-Programm kam über die Hausantenne. Manch einer hatte sogar „Satellit“. Heut sind die Möglichkeiten des TV-Empfangs weit größer. Stellt sich die Frage, was ist besser für mich geeignet?

Beste Lösung für den TV-Empfang

Zugegeben, die Überschrift ist etwas irreführend. Denn „die beste“ Lösung gibt es wahrscheinlich nicht – alle haben Vor- und Nachteile. Im Folgenden wollen wir kurz für Kabel, SAT, IPTV und DVB-T diese beleuchten und eine kleine Entscheidungshilfe geben.

TV über Kabel …

… ist noch des Deutschen liebste Empfangsquelle für TV. Knapp 46 Prozent beziehen das Fernsehprogramm vom örtlichen Kabelanbieter[1]. Kabelfernsehen hat in der Tat viele Vorteile. Es ist weniger störungsanfällig und bietet meist eine ausgezeichnete (digitale) Bildqualität. Auch HDTV-Sender werden selbstverständlich angeboten, sowie On-Demand-Dienste für Filme. Die Nachteile finden sich darin begründet, dass es Regionen und Orte gibt, wo es kein Kabel-TV gibt. Auch nicht jeder Vermieter hat im Haus die Dosen ausgerüstet. Hauptargument gegen Kabel ist für viele Verbraucher der Preis. Je nach Tarif und Umfang, liegt der durchschnittlich Monatsbetrag für den TV-Anschluss zwischen ca. 15-25 Euro monatlich. Auf das Jahr gerechnet ein stolzer Betrag! Hinzu kommt noch der Receiver. Dieser kann in der Regel gemietet (~ 5-10 Euro je Monat) oder gekauft werden. Hier sollte man für ein zeitgemäßes Gerät mit Festplatte gut 300 Euro einplanen. Die größten Kabelanbieter sind Unitymedia (NRW, Hessen, Baden-Württemberg) und Vodafone Kabel TV (Rest).

SAT TV …

… wird von vielen als „kostenlose“ Ultima Ratio in Sachen TV-Empfang gelobt. Immerhin rund 48 Prozent[1] setzen daher auch auf SAT, gleich nach Kabel-TV. Doch ganz ohne Tadel ist natürlich auch dieser Empfangsweg nicht. Denn zunächst sind die Anschaffungskosten zu berücksichtigen. Für eine gute Anlage mit Top-Receiver sollten samt fachmännischer Installation schon gut 300-400 Euro eingeplant werden. Für die HD-Programme (RTL etc.) fällt zudem eine jährliche Gebühr von 60 Euro an, Stichwort HD+. Bei schlechtem Wetter drohen zudem Bildstörungen bis zum Totalausfall (Unwetter). Größtes Manko für SAT – nicht jeder kann oder darf es installieren. Gründe können sein die falsche Lage, so dass die Schüssel nicht richtige ausgerichtet werden kann. Oder der Vermieter, der die Anbringung untersagt.

Demgegenüber freuen sich SAT-Nutzer aber über technisch die beste Bildqualität, die höchste (potenzielle) Senderzahl und vergleichsweise niedrige, monatliche Kosten. Rechnet man nämlich im betriebswirtschaftlichen Sinn die oben genannten Einmalkosten auf 3-5 Jahre Betriebszeit, so betragen die monatlichen Kosten ebenfalls gut 10-15 Euro. 3-5 Jahre deshalb, weil die Technik rasch voran schreitet. Wahrscheinlich soll oder muss nach einigen Jahren ein neuer Receiver her. Das zeigt auch gerade der seit 2016 laufende Wechsel von DVB-T zu DVBT2. SAT-Antenne samt LNB wiederum, sind Verschleißteile welche der Witterung ausgesetzt sind. Die Mär vom kostenlosen SAT-Empfang ist also besser zu begraben.

DVB-T …

… wird ebenfalls als das vermeintlich kostenlose TV angepriesen. In der Tat war der Empfang auch lange Zeit (bis Mitte 2016) praktisch gratis. Seit der Umstellung auf das neue DVB-T2 fallen zumindest dann Kosten an, wenn man die privaten Sender in HD-Qualität genießen möchte. Ähnlich wie bei SAT-TV um die 5 € monatlich. Zudem benötigt man neue Endgeräte, da die bisher genutzte DVB-T Receiver, Sticks und Module nicht kompatibel sind zu DVB-T2. Wer bisher terrestrisch ferngesehen hat und dabei auf den internen Receiver vom Fernseher setzte, muss ggf. auch nachrüsten falls das integrierte Modul nicht kompatibel ist. DVB-T-Receiver sind glücklicher weise nicht sonderlich teuer und für 30-100 Euro im Handel erhältlich. Wie z.B. hier bei Amazon

Während das „alte DVB-T“ leider mit vielen Kinderkrankheiten kämpfte, ist DVB-T2 deutlich Nutzerfreundlicher. Endlich wurde die Verbreitung der Sender bundesweit größtenteils harmonisiert. Zuvor gab es einen regelrechten Flickenteppich. Während Nutzer in Stadt A z.B. über 15 Sender schauen konnten, waren es in Stadt B 50km weiter mitunter nur 5 Sender.
Auch die Bildqualität hat mit DVB-T2 einen echten Quantensprung erlebt. Erstmals wird in Full-HD mit 1080p ausgestrahlt – also sogar Progressiv (Vollbilder), statt interleaced (Halbbilder). Damit übertrumpft DVBT-2 in dieser Hinsicht sogar Kabel-TV.

DVBT2 Receiver

DVB-T ist jedoch auch relativ störanfällig durch Witterung und Umgebung, da es sich um eine Funktechnik handelt. Eine zusätzliche Antenne macht daher oft Sinn. Die Qualität ist aber gerade in den städtischen Gebieten durchweg gut.

Ausgebaut wird DVB-T2 übrigens seit Mitte 2016. Der Regelstart erfolgt Mitte 2016 und bis ca. 2018 soll bundesweit die Abdeckung dem der alten Technik entsprechen. Fazit: DVBT-2 ist keinesfalls kostenlos aber günstig. Für Gelegenheitsgucker sicher eine Option. Wer mehr Sender, wie Pay-TV, Sky, etc. will, sollte besser zu IPTV, Kabel oder SAT greifen.

IPTV …

… sollte in unserem Artikel natürlich nicht fehlen. Schließlich sind wir ein IPTV-Blog :-)
Noch kommt dieser Empfangsweg in Deutschland nur auf gut ca. 9 Prozent Verbreitung (rund 3,5 Mio. Kunden Mitte 2016). Das sagt aber noch nichts über die Qualität von IPTV aus. Vielmehr handelt es sich um eine sehr junge Technik. IPTV hat den schlagenden Vorteil, zusätzlich Interaktivität zu bieten. Haben Sie eine Sendung verpasst, hilft das Mediathek-Archiv bei Entertain. Hier finden sich viele Sendungen der letzten Tage. HDTV kann IPTV natürlich ebenso bieten, wie den Zugriff auf eine Onlinevideothek. Bei der Telekom sind es zurzeit gut 35.000 Titel. Ständig kommen neue, interessante Features hinzu. In naher Zukunft könnte IPTV daher DER Empfangsweg schlechthin werden. Seit Mitte 2016 punktet das neue “EntertainTV” der Telekom zumem mit neuen interessanten Features, wie “Restart”. Dabei lassen sich bestimmte Sendungen die bereits laufen wieder von Anfang starten, wie bei einer DVD.

Der Nachteil von IPTV ist, dass man einen sehr schnellen Internetzugang bei einem der beiden IPTV-Anbieter (Vodafone, 1und1 oder Telekom) benötigt. Bei Vodafone TV reichen ca. 6 MBit pro Sekunde. Bei der Telekom sollte es 16 Mbit/s sein. Für HD idealer Weise sogar 25 MBit. Auch wenn herkömmliches DSL prinzipiell reicht – richtig Spaß macht die Sache freilich da noch nicht, da die Leitung dann schon sehr strapaziert wird und man nebenher besser keine größeren Downloads mehr durchführt. Bei Vodafone reichen übrigens 12 MBit für HD-Qualität (laut Anbieter) aus. IPTV ist also leider noch längst nicht für jeden verfügbar. Wie auch bei Kabel und SAT, benötigen Sie einen IPTV-Receiver, der gemietet oder gekauft werden kann. Diese werden aber vom IPTV-Anbieter bei Neukunden gestellt.

IPTV ist zu teuer!?

Das Gerücht hält sich beständig, da viele vom Endpreis auf den Preis von IPTV schließen. Das IPTV-Paket „Entertain“ von der Telekom, gibt in Verbindung mit einer Doppelflat ab ca. 44.95 € im Monat. Klingt zunächst viel, aber enthalten ist auch eine Surfflat mit 16 Mbit/s und eine Festnetzflat für kostenlose Gespräche in das bundesweite Festnetz. Alle Gebühren für den Telefonanschluss sind ebenfalls abgedeckt. Dieses Paket kostet sonst unter dem Namen „Magenta Zuhause“ ab 34.95 € monatlich. Bleibt für IPTV also eine Differenz von gerade mal 10 Euro, inklusive Receiver. IPTV ist somit günstiger als Kabel-TV! Überzeugen Sie sich doch selbst auf www.telekom.de/entertain von den zahlreichen Vorteilen des IPTV-Angebotes der Telekom.

Fazit:
Der ideale TV-Empfangsweg hängt von vielen Faktoren ab. Wohnort, Lage, Ansprüche, Zukunftstauglichkeit und die preislichen Vorstellungen sind relevant. Was bei Ihnen zutrifft, müssen Sie leider alleine entscheiden…

Webtipps zum Beitrag:

» IPTV Anbieter Übersicht
» Telekom IPTV
» Vodafone IPTV

[1] Quelle: Statistisches Bundesamt

 

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