Überraschung: Bezahl-Video-Dienste erfolgreicher als Kostenlose?

Vom: 27 Jul 2009 Internet TV, Studien, VoD tagged mit

Freie, kostenlos verfügbare Web-Videos findet man mittlerweile auf jeder großen Nachrichten-Web-Site, in den Mediatheken von Fernsehsendern oder auch auf Portalen wie z.B. Youtube. Unter der Internet-Community erfreuen sich solche Umsonst-Video-Dienste außerordentlicher Beliebtheit. Trotzdem sind Bezahl-Videos im Internet ertragreicher.

Bezahl Videos mit mehr Einnahmen

Diese Feststellung traf zumindest Digital-Media Chefanalyst Martin Olausson von der Firma Strategy Analytics in einem Internetvortrag vor führenden Medien- und Technologiefirmen. Demnach sind 2009 im weltweiten kostenfreien Online-Video-Segment zwar Einnahmen von 3,5 Milliarden US-Dollars zu erwarten. Eine Ausbeute von 3,8 Milliarden US-Dollars bei kostenpflichtigen Diensten überflügelt das aber noch.

Online-Videodienste boomen

Außerdem prognostizierte Olausson für den gesamten Online-Video-Weltmarkt ein Wachstum von jährlich jeweils 38% bis 2012. Wobei auch hier der kostenpflichtige Bereich in den nächsten 4 Jahren mit 39 % stärker ansteigt als der Gebührenfreie mit nur 37%.

Wirtschaftskrise dämpft Free-Video-Bereich

Den Grund für das langsamere Wachstum von Umsonst-Video-Diensten im Web sieht Olausson in der globalen Wirtschaftskrise. Denn dieses Segment finanziert sich zum Großteil durch Werbung. Doch die Werbebudgets der Unternehmen schrumpfen. Deshalb gab es in letzter Zeit eine größere Konzentration auf den durch die Konsumenten finanzierten Online-Video-Markt. Dieser beinhaltet Download-to-own Dienste, wie z.B. Videoload oder den itunes Store, aber auch Pay-per-view und Abo-Dienste, wie man sie von Portalen wie Maxdome aus der ProSiebenSat.1-Gruppe kennt. Auch die stärkere Wahrnehmung der Kunden durch erfolgreiche Services wie Watchnow von Netflix und dem Microsoft/Xbox Live Video Store in Kombination mit neuen Diensten wie die TV Everywhere Initiative von Comcast und Time Warner Cable werden den Pay-Video-Bereich vorantreiben, so Olausson.

Ich meine, dass letzteres wohl der gößere Faktor ist. Schließlich verfügen die Portale von Apple oder Microsoft mit Sicherheit über größere Werbebugets. Damit einher geht ein nicht unerhebliches Plus an Bekanntheit und mehr Angebote. Interessant wird die Zukunft. Gibt es eine Koexistenz zwischen Gratis- und Bezahldiensten? Oder wird eine der Formen obsiegen?

Quelle: http://www.strategyanalytics.com/default.aspx?mod=PressReleaseViewer&a0=4764
Vom: 27 Jul 2009