Zattoo und BBC für bessere TV-Statistiken
Vom: 02 Aug 2012 Digital TV, Internet TV, IPTV News, Studien tagged mit BBC, EU, Forschungsprjekt, TV-Monitoring, ViSTA-TV, ZattooNach Plänen der EU soll die Erhebung der TV-Statistik modernisiert werden. Zuschauern und Marktteilnehmern sollen die Daten dann stärker zugutekommen, als bisher. Für diesen Zweck sollen die TV-Anbieter Zattoo und BBC dem Forschungsprojekt ihre Nutzungsdaten zur Verfügung.
Ein neues System für das digitale Zeitalter
„Die TV-Statistik könnte günstiger, präziser, schneller und breiter verfügbar sein, wenn sie mit Hilfe der Zuschauer an digitalen Endgeräten wie PC, iPad und Handy generiert würde“. Das ist die Meinung von Bea Knecht, der Vorsitzenden von Zattoo, dem in Europa führenden Anbieter für Live-TV auf PCs, Tablets und anderen mobilen Endgeräten. Aktuell wird die Messung der TV-Statistiken ausschließlich von nationalen Mess-Anstalten durchgeführt, die ihrer Datenerhebung nur eine geringe Zahl von mehreren tausend Haushalten zugrunde legen. Dieses noch aus analogen Zeiten stammende Prinzip macht das TV-Monitoring jedoch ziemlich ungenau – mit der heutigen digitalen Technik könnten schon viel genauere Statistiken über die TV-Nutzung erhoben werden. Mit dem Forschungsprojekt ViSTA-TV will die EU nun mithilfe der Daten von Zattoo und BBC eine neue Methode für die Messung der Fernsehnutzung entwickeln.
TV-Anbieter und Werbebranche profitieren
Das Ziel von ViSTA-TV soll es sein, zuverlässige Aussagen über das Nutzerverhalten der Zuschauer der „Digitalen Generation“ live zur Verfügung zu stellen. Dazu werden die digitalen Daten der BBC und Zattoo ausgelesen, die beide monatlich mehrere Millionen Zuschauer auf diesem Weg haben. Realisiert wir dieser Vorgang durch die Dortmunder Spezialisten für Datenanalyse der Rapid-I GmbH, die dafür Algorithmen von Forschern der Universität Zürich, der TU Dortmund und der Vrije Universiteit Amsterdam nutzen. Aus den Millionen von Daten können dann Statistiken über die Interessen der Zuschauer erstellt werden, die Content-Anbieter und auch Werbeunternehmen live zur Verfügung gestellt werden. Diese sollen damit noch besser auf die Interessen und Wünsche der Rezipienten eingehen können – Werbung und Sendungen sollen so immer gezielter beim Zuschauer ankommen.
Zuschauer profitieren ebenfalls
Neben den Marktteilnehmern soll auch der Zuschauer, der bisher von der Erhebung der TV-Statistiken weitgehend unberührt blieb, durch ViSTA-TV profitieren. Die erhobenen Daten werden deshalb auch live zugunsten des Nutzers analysiert. So sollen beispielsweise Lieblingssendungen erkannt oder das passende Programm vorgeschlagen werden. „Ein solches Empfehlungssystem erfordert die Zusammenführung in Echtzeit von Verhaltensanalysen, Empfehlungsprozessen sowie Stream-Daten“, erläutert Dr. Ingo Mierswa, der Geschäftsführer der für die Datenaufarbeitung verantwortlichen Rapid-I GmbH den Vorgang. Die Verbindung von Mehrwert für Marktteilnehmer und Zuschauer durch ViSTA-TV wäre eine sinnvolle Weiterentwicklung der aktuellen Verfahren zum TV-Monitoring. Das Forschungsprojekt läuft im Zeitraum von 2012 bis 2014 und wird von der EU gefördert. Bei erfolgreicher Entwicklung der Technik ist es sehr wahrscheinlich, dass sie auch allgemeingültig angewendet werden wird.



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