Video-on-Demand ist verbesserungswürdig
Vom: 28 Jul 2012 Digital TV, Internet TV, VoD tagged mit Onlinevideothek, Stiftung Warentest, VoDDer Abruf von Videos aus Onlinevideotheken wird von den Anbietern als einfach und komfortabel angepriesen – aber die Realität sieht anders aus. Zu diesem Schluss kommt ein aktueller Test der Stiftung Warentest, der neun Anbieter von Onlinevideotheken unter die Lupe nahm.
Enttäuschung beim Test
Sie werben mit Slogans wie „Ihr Kino zu Hause“ oder „Wir haben, was Du sehen möchtest“ – Onlinevideotheken erfreuen sich nicht zuletzt durch immer schnellere Breitbandanschlüsse und der stetig steigenden Verbreitung von Smart TVs und anderen internetfähigen Geräten großer Beliebtheit. Titel können mit der nötigen Technik im Wohnzimmer gegen eine Leihgebühr erworben und für 48 Stunden genutzt werden. Aber können die Video-on-Demand-Anbieter wirklich halten, was sie so großspurig versprechen? Stiftung Warentest hat in einem aktuellen Test nachgehakt und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass keiner der neun geprüften VoD-Anbieter seinen Versprechungen oder den Erwartungen wirklich gerecht wird.
Titelauswahl nicht ausreichend
Einer der wichtigsten Kritikpunkte im Test war das Angebot an Filmtiteln, das die Onlinevideotheken ihren Kunden zur Verfügung stellen. Dafür wurde von den Testern bei allen Anbietern nach jeweils 100 Titeln gesucht – zwei Drittel davon waren Klassiker, ein Drittel bestand aus aktuellen Filmen. Das Filmportfolio von den meisten VoD-Services lässt dabei zu wünschen übrig – Klassiker wie Star Wars, “Pulp Fiction” oder “Zurück in die Zukunft” tauchen „nur in Ausnahmefällen“ in den Videotheken auf, wie Stiftung Warentest es umschreibt. Amazons „Lovefilm“ konnte im Test fast keinen der gesuchten 100 Titel anbieten. Apples „iTunes“ hingegen schnitt in diesem Vergleich am besten ab – hier waren etwa drei Viertel der Wunschtitel verfügbar.
Preise stark schwankend
Insgesamt scheint dieses Ergebnis aber eher mager, verglichen mit dem Angebot einer „richtigen“ Videothek. Zwar fangen die Kosten für die Online-Ausleihe bei 99 Cent an und sind damit im Vergleich zu den durchschnittlichen 2,56 Euro pro ausgeliehener DVD in der Videothek um die Ecke sehr gering. Bei aktuellen Titeln in HD-Qualität, können die Preise aber weitaus teurer ausfallen, denn hierfür werden schnell Preise im Bereich um die 6 Euro fällig. Im Vergleich zum durchschnittlichen Verleihpreis in einer herkömmlichen Videothek ist das schon sehr teuer!
Bandbreiten als Flaschenhals
Ein weiterer Punkt, der von Stiftung Warentest unter die Lupe genommen wurde, war der Zugang zum Angebot des jeweiligen VoD-Anbieters. Dabei fängt alles mit dem Internetzugang an. Und hier können schon die ersten Probleme auftauchen: Langsame DSL-Anschlüsse strafen den Nutzer mit stundenlangen Ladezeiten und bescheren zudem noch ruckelnde Videos. Während in Städten meist schon schnellere Breitbandanschlüsse verfügbar sind, muss in ländlichen Gebieten mit langsameren Geschwindigkeiten ausgekommen werden – was die Einfachheit der Onlinevideotheken natürlich stark mindert. Auch der Anschluss des Empfangsgerätes ist ein wichtiger Faktor, denn viele Menschen wollen sich mit einem Netzwerkkabel am Fernseher, was eindeutig die Lösung für die beste Übertragung ist, nicht so richtig anfreunden. Der Anschluss über WLAN ist die zweite Möglichkeit – jedoch sind hierfür meist zusätzlich Adapter mit zusätzlichen Anschaffungskosten nötig. Außerdem ist die Übertragung per WLAN nicht so stabil wie die über das Netzwerkkabel – „Die perfekte Lösung gibt es nicht“, heißt es dazu von Stiftung Warentest.
Der Weg zum richtigen Anbieter
Traurigerweise lässt auch die Bildqualität der meisten VoD-Anbieter, Stiftung Warentest zufolge, stark zu wünschen übrig. Obwohl für den Test ein mehr als ausreichend schneller VDSL-Anschluss mit 50 Mbit/s verwendet wurde, konnten nur drei der neun Onlinevideotheken mit sehr guten Bildern überzeugen. An die Qualität einer Blu-Ray-Disc kommen aber auch diese Anbieter nicht heran. Am schlechtesten schnitt der Anbieter Lovefilm ab – demzufolge zeigten die abgespielten Titel unsaubere Kanten, waren grob verpixelt und erreichten so nicht einmal DVD-Qualität. Stiftung Warentest rät Interessenten zum Test von Onlinevideotheken ausschließlich über den Einzelabruf. Dies sei sinnvoller, als sofort ein Abo abzuschließen – schließlich kann das Angebot des jeweiligen Anbieters so erst einmal ausführlich und persönlich getestet werden. Weiterhin wird im Test auch auf eine ausreichende Bandbreite (16 Mbit/s) verwiesen, um den Internetanschluss nicht gleich durch das Laden eines Titels aus einer Onlinevideothek für andere Anwendungen lahm zu legen, denn VoD macht nur mit genügend Bandbreite wirklich Spaß.
Wer mehr zu diesem Test wissen möchte, hier geht es zum ausführlichen Vergleich der Stiftung Warentest.



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