IPTV today - IPTV, Triple Play und Internetfernsehen

23. January 2007  |  IPTV International, Internet TV 1 Kommentar

Revolution Joost

JoostJoost ist nicht nur interessant, weil es sich dabei um ein Projekt von zwei namhaften Köpfen der jüngsten Internetgeschichte handelt, sondern vor allem weil es zwei Dinge verfolgt, die Fernsehen über herkömmliche Verbreitungswege nicht leisten kann: Personalisierung und Interaktivität. Nicht zuletzt deswegen wird in Meldungen über Joost gerne von einem revolutionären Dienst gesprochen.

Die Mehrwerte und Vorteile von IPTV scheinen nun in einem ersten, groß angelegten Projekt verwirklicht zu werden. Auch wenn der Fernsehempfang bei Joost weiterhin über den PC läuft, ist das “Feeling” weitesgehend an den normalen Fensehkonsum angepasst. Das Programm startet im Vollbild, es gibt On Screen Displays, die den EPG darstellen und auch sonst passiert alles auf einer einzigen Bildfläche.

In Hinsicht auf die Personalisierung wird Joost sicherlich Elemente einsetzen, die wir bereits aus Online-Shops o.ä. her kennen, d.h. eine Empfehlungsfunktion. Wählt man den EPG an, werden z.B. Filme angezeigt, die ähnlich derer sind, die ich vor kurzem angesehen habe. Eine andere, fast schon simple Empfehlungsfunktion ist das Einbinden von Abstimmungsmöglichkeiten bzw. deren Ergebnisse. Jeder Zuschauer kann die Inhalte direkt bewerten, woraus sich mit der Zeit ein Beliebtheitsranking ermitteln lässt. Genauso lässt sich ermitteln, wer wann welchen Werbespot zu sehen bekommt.

Das andere wichtig Stichwort lautet Interaktivität. Neben Votings besteht außerdem die Möglichkeit mit Freunden (oder Unbekannten), die sich gerade den gleichen Film anschauen, zu chatten. Und natürlich erhält man auf Knopfdruck detaillierte Infos zu den Inhalten, relevante käuflich zu erwerbende Produkte usw. Und damit man beim Fernsehen nicht die Welt vergisst, können sogar RSS Feeds eingeblendet werden.

Für den ein oder anderen mögen das Spielerreien sein, aber wer weiß welche dieser Funktionen wir uns in 5 Jahren nicht mehr weg denken können? Die Werbung wird es freuen, denn mit der Personalisierung werden vor allem die Streuverluste von Werbespots verringert und es entsteht mehr Raum für kreative Konzepte.

Achja, natürlich nützen diese Spielerreien nichts, wenn die Inhalte fehlen. Aber da Joost nicht mit YouTube bzw. User generated content vergleichbar ist, und sich gerade verstärkt um den Einkauf von Filmrechten kümmert, darf man hier erstmal gelassen sein.

Zum Thema Joost siehe auch:
- Joost: Fernsehen peer to peer
- Venice Project wird Joost
- New Venice Project name Joost

1 Kommentar »

  • Markus Göbel (13. February 2007, 09:35)

    Also bisher sind die Inhalte von Joost mehr als bescheiden. Seit Wochen (oder Monaten?) laufen die selben Filme in einer Schleife. Nur langweiliger Extrem-Sport- und Paris-Hilton-Kram. Deswegen habe ich mich bereits von MTV abgewendet.

Was meinen Sie dazu: