Kabel, SAT, DVB-T oder IPTV – Welche Empfangsart ist besser?
Vor ein paar Dekaden war die TV-Welt noch simpel, wenngleich nicht so bunt und vielfältig. Das TV-Programm kam über die Hausantenne. Manch einer hatte sogar „Satellit“. Heut sind die Möglichkeiten des TV-Empfangs weit größer. Stellt sich die Frage, was ist besser für mich geeignet?
Beste Lösung für den TV-Empfang
Zugegeben, die Überschrift ist etwas irreführend. Denn „die beste“ Lösung gibt es wahrscheinlich nicht – alle haben Vor- und Nachteile. Im Folgenden wollen wir kurz für Kabel, SAT, IPTV und DVB-T diese beleuchten und eine kleine Entscheidungshilfe geben.
TV über Kabel …
… ist noch des Deutschen liebste Empfangsquelle für TV. Knapp 50 Prozent beziehen das Fernsehprogramm vom örtlichen Kabelanbieter. Kabelfernsehen hat in der Tat viele Vorteile. Es ist weniger störungsanfällig und bietet meist eine ausgezeichnete (digitale) Bildqualität. Auch HDTV-Sender werden angeboten sowie On-Demand-Dienste für Filme. Die Nachteile finden sich darin begründet, dass es Regionen und Orte gibt, wo es kein Kabel-TV gibt. Auch nicht jeder Vermieter hat im Haus die Dosen ausgerüstet. Hauptargument gegen Kabel ist für viele der Preis. Je nach Tarif und Umfang liegt der durchschnittlich Monatsbetrag für den TV-Anschluss zwischen ca. 12-25 Euro monatlich. Auf das Jahr gerechnet ein stolzer Betrag! Hinzu kommt noch der Receiver. Dieser kann in der Regel gemietet (~ 5-10 Euro je Monat) oder gekauft werden. Hier sollte man für ein zeitgemäßes Gerät mit Festplatte gut 300 Euro einplanen. Die größten Kabelanbieter sind Unitymedia (NRW, Hessen), KabelBW (Baden-Württemberg) und
Kabel Deutschland (Rest).
SAT TV …
… wird von vielen als „kostenlose“ Ultima Ratio in Sachen TV-Empfang gelobt. Immerhin rund 46 Prozent setzen daher auch auf SAT, gleich nach Kabel-TV. Doch ganz ohne Tadel ist natürlich auch dieser Empfangsweg nicht. Denn zunächst sind die Anschaffungskosten zu berücksichtigen. Für eine gute Anlage mit Top-Receiver sollten samt fachmännischer Installation schon gut 400-800 Euro eingeplant werden. Für die HD-Programme (RTL etc.) sollen zudem in Zukunft eine Jährliche Gebühr von um die 50 Euro fällig werden, Stichwort HD+. Bei schlechtem Wetter drohen zudem Bildstörungen bis zum Totalausfall (Unwetter). Größtes Manko für SAT – nicht jeder kann oder darf es installieren. Gründe können sein die falsche Lage, so dass die Schüssel nicht richtige ausgerichtet werden kann. Oder der Vermieter, der die Anbringung untersagt.
Demgegenüber freuen sich SAT-Nutzer aber über technisch die beste Bildqualität, die höchste (potenzielle) Senderzahl und vergleichsweise niedrige, monatliche Kosten. Rechnet man nämlich im betriebswirtschaftlichen Sinn die oben genannten Einmalkosten auf 3 Jahre Betriebszeit, so betragen die monatlichen Kosten ebenfalls 11-22 Euro. 3 Jahre deshalb, weil die Technik rasch voran schreitet. Wahrscheinlich soll oder muss nach einigen Jahren ein neuer Receiver her … . Die Antenne samt LMB widerum sind Verschleißteile, die der Witterung ausgesetzt sind. Die Mär vom kostenlosen SAT-Empfang ist also besser zu begraben.
DVB-T …
… wird ebenfalls als das vermeintlich kostenlose TV angepreist. In der Tat ist der Empfang auch gratis. Allerdings benötigt man einen DVB-T Receiver, falls das TV-Gerät nicht schon einen entsprechenden Tuner hat. Die DVB-T-Receiver sind glücklicher weise nicht sonderlich teuer und für 30-100 Euro im Handel erhältlich.
Leider überwiegen bei DVB-T unserer Meinung nach die Nachteile deutlich. Die Senderzahl ist marginal. In vielen Gebieten sind kaum oder KEINE privaten Sender, wie RTL zu empfangen, so z. B. in Sachsen. Man ist also auf einige wenige öffentlich rechtliche beschränkt. Auch DVB-T ist störanfällig durch Witterung und Umgebung. Eine zusätzliche Antenne macht daher oft Sinn. Die Qualität ist meist durchweg gut, aber bei weitem nicht so gut, wie bei SAT, IPTV oder Kabel. Der DVB-T2-Standard, der endlich auch HDTV liefern soll, lässt auch auf sich warten. Unter dem Strich eine Lösung für Puritaner, den Urlaub oder für unterwegs am Laptop oder Handy!
IPTV …
… sollte in unserem Artikel natürlich nicht fehlen.
Schließlich sind wir ein IPTV-Blog :-)
Noch kommt dieser Empfangsweg in Deutschland nur auf gut 1 Prozent Verbreitung. Das sagt aber noch nichts über die Qualität von IPTV aus. Vielmehr handelt es sich um eine sehr junge Technik. IPTV hat den schlagenden Vorteil, zusätzlich Interaktivität zu bieten. Sie können z.B. bei der Telekom und dem Fußball-Angebot „Liga total!“, bestimmte Szenen nach dem Spiel auf Abruf starten oder Live-Statistiken einblenden lassen u.v.m. Haben Sie eine Sendung verpasst, hilft das TV-Archiv bei T-Entertain. Hier finden sich viele Sendungen der letzten Tage. HDTV kann IPTV ebenso bieten, wie den Zugriff auf eine Onlinevideothek. Bei der Telekom sind es zurzeit gut 7000 Titel. Ständig kommen neue, interessante Features hinzu. In naher Zukunft könnte IPTV daher DER Empfangsweg schlechthin werden.
Der Nachteil von IPTV ist, dass man einen sehr schnellen Internetzugang bei einem der beiden IPTV-Anbieter (Alice oder Telekom) benötigt. Bei Alice reichen ca. 10 Mbit. Bei der Telekom sollte es 16 Mbit/s sein. Für HD sogar 25. Damit ist IPTV leider noch nicht für jeden verfügbar. Wie auch bei Kabel und SAT, benötigen Sie einen IPTV-Receiver, der gemietet oder gekauft werden kann. Je nach Anbieter und Gerät sind hier rund 3-8 Euro im Monat einzuplanen. Kaufgeräte liegen mit Festplatte (für Aufzeichnungen) bei etwa 300 Euro.
IPTV ist teuer!?
Das Gerücht hält sich beständig, da viele vom Endpreis auf den Preis von IPTV schließen. Das Entertain-Paket „Entertain comfort“ etwa kostet 44.95 € monatlich. Klingt zunächst viel. Aber enthalten ist auch eine Surfflat mit 16 Mbit/s samt Festnetzflat für kostenlose Gespräche in das bundesweite Festnetz. Alle Gebühren für den Telefonanschluss sind bereits abgedeckt. Dieses Paket kostet sonst unter dem Namen „Call&surf comfort“ 34.95 € monatlich. Bleibt für IPTV also eine Differenz von gerade mal 10 Euro. IPTV ist somit günstiger als Kabel-TV! Überzeugen Sie sich doch selbst auf www.telekom.de/entertain von den zahlreichen Vorteilen des IPTV-Angebotes der Telekom. Oder hier auf
www.alice-dsl.de von Alice TV. Letzteres kostet sogar nur 4,90 € monatlich …
Fazit:
Der ideale TV-Empfangsweg hängt von vielen Faktoren ab. Wohnort, Lage, Ansprüche, Zukunftstauglichkeit und die preislichen Vorstellungen sind relevant. Was bei Ihnen zutrifft, müssen Sie leider alleine entscheiden…













Tom (23. August 2010, 16:41)
Sehr gute Gegenüberstellung – auch wenn der Preisvergleich mit dem Kabel vielleicht etwas hinkt ;-)