IPTV und VDSL ohne Mehrwert
Diese kontroverse These stellt zumindest das Marktforschungsinstitut „Infras“ in einer aktuellen Studie auf. Demnach fehlen bisher schlichtweg die Argumente für Highspeed-Internetflatrates per VDSL und dem damit möglichen IPTV in HDTV.
Kaum Anreize!?
Die Experten der Befragung führen dazu mehrere Gründe auf. Das erste Ergebnis bezieht sich auf die Gruppe der Sportbegeisterten. Diese stellen immerhin 38 Prozent der Bevölkerung. Als Hauptargument wird hier die direkte Konkurrenz zu Sky aufgeführt. Der Telekom ist es nach Angaben von Infras „ … selbst nur begrenzt gelungen, sportbegeisterte Zuschauer zu gewinnen.“. Konkrete Zahlen nennt man nicht, wohl aber, dass 25% ein Sky-Abo haben. Hierzu lässt sich kritisch anmerken, dass das Fussballangebot „Liga total!“ der Telekom noch vergleichsweise jung ist. Es ist optionaler Bestandteil des IPTV-Angebotes Entertain. Zudem bietet „Ligatotal“ zu einem günstigeren Preis deutlich mehr Features und vor allem Interaktivität. Das Zukunftspotenzial liegt daher unserer Meinung nach deutlich höher. Der Mehrwert ist da, muss nur besser kommuniziert werden!
Der zweite Punkt in der Studie betrifft die Onlinevideothek beim IPTV via VDSL. Zwar seien 28 % der Bevölkerung filmbegeistert, wovon aber nur 35% angeben, verpasste Sendungen gerne im Nachhinein sehen zu wollen. Dies liegt eigentlich entgegen dem weltweiten Trend hin zu weniger Linearität beim Fernsehen. Auch die Mediatheken erfreuen sich einer hohen und wachsenden Beliebtheit. Ohne dem Wunsch, verpasste Sendungen noch nachträglich zu sehen, wäre dieser Effekt kaum erklärbar.
Der dritte Argumentationspunkt führt uns zum Fernseher selbst. Das Hauptargument für VDSL ist ja bekanntlich, dass IPTV damit in HDTV genutzt werden kann. Laut „Infras“ hat aber nur jeder 2. einen passenden Flachbildfernseher …
Während wir die ersten beiden Punkte noch halbwegs nachvollziehen können, ist dies wohl ein ziemlich erbärmliches Argument. Dann könnten wir den Sendern, die gerade mit HD anfangen, wie ARD, ZDF, RTL etc. gleich sagen: „Lasst das mit HD, es hat sowieso nur jeder 2. einen HD-Fernseher.“. So funktioniert technische Evolution einfach nicht!
Minderheitssurfer?
Nur 1 Prozent hat bisher einen VDSL-Anschluss, stellen die Studienurheber weiter fest. Angeblich ein Argument dafür, dass bisher nur wenige Verbraucher von den Vorzügen überzeugt werden konnten. Hier können wir entgegnen, dass es gerade mal gut ½ Jahr Bewegung auf dem VDSL-Markt gibt. Vorher gab es VDSL ausschließlich von der Telekom und NUR in Verbindung mit IPTV. Und das zu einem stolzen Preis. Klar, dass in wenigen Monaten die Kundenzahlen nicht explodieren. Führt man eine Analogie zu diesem Argument, würde heute kaum einer ein Handy besitzen. Vor nicht einmal 15 Jahren viel man mit dem auf der Strasse nämlich noch auf als „Wichtigtuer“ – einige werden sich vielleicht erinnern.
In diesem Sinne – Ob und welchen Mehrwert VDSL und IPTV in Zukunft bieten werden, bleibt noch abzuwarten. Beide Techniken sind noch sehr jung und gerade am Anfang des Produktlebenszyklus. Gleich zu Beginn Nutzlosigkeit mit noch fehlenden Kundenzahlen zu untermauern, ist sicher nicht gerade die beste Art der Marktforschung …
Was habe ich für einen Internetanschluss?
Fragt Verbraucher nach Ihren Handy-, Telefon-, oder DSL-Tarifen folgt oft nur ein ahnungsloses Kopfschütteln. Wissen Sie, was für eine Geschwindigkeit Sie haben? Und selbst wenn. Kommt diese tatsächlich auch bei Ihnen an? Zwischen der gebuchten und der effektiven DSL- bzw. VDSL-Geschwindigkeit klaffen oft Welten. Sogenannte DSL-Speedcheck Tools helfen dabei diesen Wert zu ermitteln. Wer damit nicht zufrieden ist sollte über einen Wechsel nachdenken…












