Deutsches Comedy-Hulu? MySpass.de soll nun endlich den Durchbruch schaffen
Comedy hat es schwer in Deutschland. Die Zeiten in denen Stefan Raab und Harald Schmidt die Zuschauer unter sich aufteilten sind lange vorbei. Der Comedy-Freitag auf Sat.1 siecht schon seit langem vor sich hin und auch ausgezeichnete Formate wie „Stromberg“ werden erst sehr langsam zum Zuschauermagnet. Im Internet sieht die Lage etwas anders aus – lustige kleine Videos auf YouTube und Co. verzeichnen oft hunderttausende Zuschauer. Von internetaffinen Usern möchte auch das Portal MySpass.de profitieren, wartet aber noch auf den großen Durchbruch.
Seit 2008 am Markt
Im Jahr 2008 startete das Comedy-Portal, das sich laut eigenen Aussagen primär an eine comedyaffine Zielgruppe richtet, welche „die auf der einen Seite auf der Suche nach kostenlosen Premium-Angeboten im Internet sind, auf der anderen Seite zudem an neuen Web-Formaten interessiert sind.“ (Quelle: MySpass.de).
Im ersten Jahr machte man vor allem mit „Ulmen.TV“ von sich reden, einem Format, welches speziell für das Internetportal produziert wurde und wird. Daneben bedient sich die von der Produktionsfirma Brainpool betriebene Seite hauptsächlich aus dem Comedyfundus der deutschen Privatsender. Highlights sind dabei wohl die Folgen der aktuellen „Stromberg“-Staffel oder Stefan Raabs „TV Total“. Interessant hierbei: sowohl Sendungen der RTL, als auch der ProSiebenSat.1-Gruppe werden zum anschauen angeboten.
Eigenes Comedylabel
MySpass soll dabei in Zukunft mehr sein, als ein bloßes Internetangebot, wie Frederic Komp, Chef von Brainpool Artist & Content Services, in einem Interview gegenüber dem Mediendienst DWDL verriet: „Dahinter steckt mittlerweile der Gedanke, ein Comedylabel für unser gesamtes Endkundengeschäft zu etablieren. Die Stelle als Qualitätsmarke für Comedy ist in Deutschland noch vakant, und wir möchten sie gerne besetzen.“ MySpass soll so zur Dachmarke werden. Mit diesen Bemühungen möchte Brainpool stärker als bisher zum Endkundenmarkt vordringen und dabei auch Fremdproduktionen mit einbinden. „Wir versuchen sehr aktiv auch Inhalte von Sendern und anderen Produzenten zu akquirieren. Mittlerweile finden Sie auf MySpass.de auch Channels von ProSieben und RTL Now mit Sendungen wie der ‚Bullyparade’ und dem ‚Quatsch Comedy Club’, die nicht von uns stammen“, so Frederic Komp.
In der Nische zum Erfolg
Die Konkurrenz ist dabei nicht klein: neben Portalen wie YouTube und myvideo.de bietet inzwischen praktisch jeder Sender eine Mediathek mit Videoinhalten an. Von diesen Angeboten möchte man sich durch die klare redaktionelle Führung und Verzicht auf User-Generated-Content abgrenzen, so Komp: „Gerade durch die Kombination mit Full-Length-Inhalten bekannter Fernsehsendungen sowie Kooperationen mit Reichweiten starken Partnern heben wir uns deutlich von Angeboten wie Youtube ab.“ Die Mischung sei dabei das Entscheidende, unabhängig von Produzent oder Produktionsland, eine Art deutsche Comedy-Hulu wolle man werden. Die Devise dabei: „Nur Comedy, nur Professional-Content und immer kostenlos für den Kunden.“












